NRW hilft jungen Familien: Mehr Krippenplätze

Mehr Platz für Kinder: NRW will die Krippenplätze deutlich aufstocken. ▪

DÜSSELDORF ▪ Das Land investiert massiv in den Ausbau von Krippenplätzen für Kleinkinder unter drei Jahren. Insgesamt stelle die rot-grüne Landesregierung dafür bis 2013 rund 400 Millionen Euro zur Verfügung, kündigte NRW-Familienministerin Ute Schäfer (SPD) gestern an.

Zusammen mit noch rund 80 Millionen Euro vom Bund sollen damit 48 000 neue Krippenplätze in NRW geschaffen werden. Im vergangenen Jahr lag NRW bei der Versorgungsquote auf dem letzten Platz der Bundesländer. Im nächsten Kindergartenjahr, das am 1. August beginnt, soll ein Platz für jedes fünfte Kind unter drei Jahren vorhanden sein. Im Jahr 2013 soll es dann für ein Drittel der Ein- und Zweijährigen 144 000 Plätze geben. Zurzeit stehen für sie 75 000 Plätze in Einrichtungen und 25 000 Plätze bei Tagesmüttern und -vätern zur Verfügung.

Die Ministerin kündigte außerdem an, das Antragsverfahren zu entbürokratisieren. Die Jugendämter sollen direkt mit 160 Millionen Euro für dieses und nächstes Jahr planen und vor Ort über Bewilligungen entscheiden können. Eine regionalisierte Mittelvergabe soll dafür sorgen, dass nicht nur die schnellsten Antragssteller zum Zuge kommen.

Die Landesgelder seien auch von Kommunen mit Haushaltssicherung abrufbar, unterstrich Schäfer. „Der Nachweis von Eigenmitteln ist keine Bedingung.“ Sie räumte zugleich ein, dass zurzeit noch ungelöst sei, woher „arme“ Kommunen das Geld für mit dem Ausbau verbundenes neues Personal nehmen sollen.

Eine Abschaffung von Elternbeiträgen für die besonders teuren Krippenplätze sei angesichts der enormen Ausbau-Anstrengungen nicht zu stemmen, sagte Schäfer. Die schrittweise Einführung der Beitragsfreiheit gelte nur für die drei- bis sechsjährigen Kindergartenkinder.

Kritik kam von der CDU. Die Ausbau-Dynamik sei unzureichend, sagte CDU-Familienexperte Bernhard Tenhumberg. Im Kindergartenjahr 2011/12 kämen lediglich 7000 neue U3-Plätze in Kindergärten hinzu. „Wenn das Ausbauziel von 144  000 U3-Plätzen bis 2013 erreicht werden soll, muss Rot-Grün dringend ihre Prioritätensetzung ändern.“ Soll heißen: Rot-Grün soll auf die Beitragsfreiheit im letzten Kindergartenjahr vor der Einschulung verzichten und das Geld besser in den Ausbau von Krippenplätzen stecken. Sympathie für diesen Vorschlag gibt es auch bei den Grünen. Doch Schäfer bleibt dabei: In vielen Kommunen seien die Kita-Beiträge für Eltern mit schmalem Einkommen zu hoch. ▪ lnw/dfb

Quelle: wa.de

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