Unternehmen aus Lippstadt meldet hohe Verluste

Autozulieferer Hella: VW kauft wichtige Sparte

Autozulieferer Hella aus Lippstadt hat hohe Verluste eingefahren.
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Autozulieferer Hella aus Lippstadt hat hohe Verluste eingefahren.

Die Corona-Pandemie hat Autozulieferer Hella in die Krise gestürzt. Nach der Ankündigung von Stellenstreichungen Ende Juli hat das Unternehmen mit Sitz in Lippstadt (Kreis Soest) nun weitere schlechte Nachrichten.

[Update, 29. September] Lippstadt/Kreis Soest - Der Licht- und Elektronikspezialist Hella mit Sitz im Lippstadt (Kreis Soest) hat wegen hoher Abschreibungen infolge der Coronavirus-Krise im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019/2020 (Ende Mai) einen hohen Verlust eingefahren.

Unternehmen:Hella
Sitz:Lippstadt (Kreis Soest)
Umsatz:7 Milliarden Euro (2018-2019)
Mitarbeiter:38.845
Branche:Autozulieferer

Der auf die Aktionäre entfallende Fehlbetrag lag bei minus 431 Millionen Euro, wie das MDax-Unternehmen am Freitag (14. August) in Lippstadt bei der Vorlage ausführlicher Zahlen mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte Hella noch einen Überschuss von 630 Millionen Euro erwirtschaftet. Am 29. September gab Hella bekannt, dass Volkswagen das Geschäft mit Software für Frontkameras übernehmen werde.

Angaben über den Preis machte das Unternehmen nicht. Der Verkauf von Teilen der Tochterfirma Hella Aglaia Mobile Vision mit Sitz in Berlin werde aber zu einem außerordentlichen Ertrag in der Größenordnung von rund 100 Millionen Euro führen, teilte der im MDax notierte Autozulieferer am Dienstag in Lippstadt mit. „Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die zuständigen Kartellbehörden und soll aller Voraussicht nach im ersten Quartal des Kalenderjahres 2021 zum Abschluss (Closing) kommen.“

Hella in Lippstadt: Unternehmen meldet hohe Verluste

Im vierten Geschäftsquartal musste Hella Wertminderungen in Höhe von 533 Millionen Euro verbuchen. Der weltweit operierende Hella-Konzern begründete dies mit der Annahme, dass das globale Produktionsvolumen von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen auch mittel- bis langfristig erheblich unter den vor der Corona-Pandemie getroffenen Markterwartungen liegen wird. Hella will der Hauptversammlung am 25. September die Aussetzung der Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2019/2020 vorschlagen.

Der Autozulieferer Hella verschärfte wegen der Belastungen durch die Corona-Krise bereits seinen Sparkurs. Der Licht- und Elektronikspezialist kündigte Ende Juli an, an seinem Firmensitz Lippstadt rund 900 Stellen in der Verwaltung und Entwicklung streichen. Der Stellenabbau beim Autozulieferer Hella solle bis Ende 2023 erfolgen und so sozialverträglich wie möglich umgesetzt werden, teilte Hella mit.

In Hamm hatte das Unternehmen Hella als einer der größten Hammer Betriebe im April Kurzarbeit angemeldet. Bereits Anfang des Jahres meldete der Automobilzulieferer in Hamm zur Halbzeit des Geschäftsjahres deutlich rückläufige Umsätze. - dpa/eB

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