Ida-Gemeinde Lippetal

Heikle Handy-Nachrichten vom Pastor

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LIPPETAL - Jugendliche Mitglieder der katholischen Pfarrgemeinde St. Ida haben sich von elektronischen Nachrichten von Pastor Gereon Beese bedrängt gefühlt. Der Pastor habe sich häufig und mit vielen Nachrichten an sie gewandt. Deshalb ist jetzt Domkapitular Hans-Bernd Köppen in Lippetal zu Gast gewesen.

Köppen, Hauptabteilungsleiter Seelsorge-Personal beim Bistum Münster, hat mit den Jugendlichen und einigen Elternteilen über den fraglichen Sachverhalt gesprochen.

Die Jugendlichen haben sich nach eigener Aussage von den Nachrichten in Form von SMS und WhatsApp unter großen psychischen Druck gesetzt gefühlt. Der Pastor habe ihnen immer wieder geschrieben und sie gebeten, zurück zu schreiben.

Redaktion liegen SMS vor

Der Redaktion liegen Nachrichten in Form von SMS vor, in denen sich Pastor Beese an Mitglieder der Kirchengemeinde gewandt hat, beispielsweise 2011 und 2012 an ein damals 16-jähriges Mädchen. In diesen lobt er die besondere Verbundenheit zwischen den beiden, wünscht ihr gute Besserung und bietet ein Telefonat oder ein Treffen an: „Soll richtig kalt werden diese woche. Bleib einfach im bett:-) dann beten wir mittwoch bei dir. Gute Besserung! Hdl:-).“

In der vergangenen Woche hatte Pastor Gereon Beese sein Amt niedergelegt:

Lippetaler Pfarrer Gereon Beese legt Amt nieder

„Die elektronischen Nachrichten von Pfarrer Beese, von denen die Jugendlichen sich bedrängt fühlten, waren dem Bistum durch eine Person aus der Pfarrgemeinde geschickt worden. Domkapitular Köppen wollte sich einen unmittelbaren Eindruck verschaffen und hat deshalb das direkte Gespräch mit den Jugendlichen gesucht“, erklärt Martin Wißmann, Pressesprecher des Bistums Münster, auf Anfrage. Unmittelbar nach dem Gespräch mit den Jugendlichen habe Köppen außerdem ein Gespräch mit Vertretern des Pfarreirates und des Kirchenvorstandes gehabt.

„Elektronische Nachrichten sind prinzipiell ein gutes Medium, wenn es darum geht, jüngere Menschen zu informieren und mit ihnen zu kommunizieren. Selbstverständlich ist es nicht gut und deshalb auch abzulehnen, wenn die Nutzung solcher Kommunikationskanäle durch kirchliche Mitarbeiter auf eine Art und Weise erfolgt, dass Nachrichtenempfänger sich bedrängt fühlen. Auch bei der Nutzung elektronischer Nachrichten sind kommunikative Kompetenz und Einfühlungsvermögen gefragt“, heißt es vom Bistum weiter.

Pastor Beese will sich entschuldigen

Beese selbst bezieht Stellung: „Mit meinem Kommunikationsverhalten gegenüber den betroffenen Jugendlichen habe ich es gut gemeint, um sie für Veranstaltungen und Kontakte zu gewinnen. Ich habe inzwischen eingesehen, dass einige sich dadurch unter Druck gesetzt und deshalb unwohl fühlten. Als mir das klar wurde, habe ich diesen unglücklichen Weg der Kommunikation eingestellt.“ Er habe eine Erklärung an die Betroffenen verfasst, in der er sich entschuldige. „Da mir keine Namen und Adressen derjenigen vorliegen, die sich durch mein Kommunikationsverhalten bedrängt gefühlt haben, werden diese Briefe vom Bistum aus verschickt und ich hoffe, dass sie bald allen betroffenen Jugendlichen vorliegen“, erklärt Beese.

Pastor Beese ist seit 2011 Pfarrer der katholischen Pfarrgemeinde St. Ida. Anfang März hat er sein Amt niedergelegt. Nach der Ida-Woche im September will er Lippetal verlassen. - lau

Quelle: wa.de

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