Polizeieinsatz im Bad Sassendorfer Ortsteil

Hausdurchsuchung: Vermeintlicher Kindesentführer aus Hamm in Haft

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Am Dienstag und Mittwoch wurde das Anwesen in Bettinghausen durch die Kriminaltechniker der Polizei intensiv auf Spuren untersucht. Im Einsatz waren dabei auch Spürhunde.

[Update: 16.29 Uhr] Bettinghausen - Das alte Fachwerkhaus im Kapellenweg in Bettinghausen, in dem die Polizei am Dienstag und Mittwoch intensive Spurensuche betrieben hat, war von einem Mann angemietet worden, dem eine versuchte Kindesentführung vorgeworfen wird.

Am Dienstag sorgte ein Polizeieinsatz in Bettinghausen für Aufsehen. Auf Nachfrage unserer Redaktion gab es nun detaillierte Angaben zu den Hintergründen.

Den Ermittlungsbehörden zufolge soll der 34-Jährige 2012 versucht haben, ein damals neunjähriges Mädchen zu verschleppen. Ereignet hatte sich diese Tat in Niederweimar im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Wie die Staatsanwaltschaft am Freitag ergänzend bestätigte, hatte der Mann seinen Hauptwohnsitz in Hamm.

In den Fokus der Polizei geriet der Tatverdächtige wegen eines versuchten sexuellen Missbrauchs eines Kindes in einem Schwimmbad in Witten. Ein Bademeister war auf das verdächtige Verhalten des Badegastes aufmerksam geworden und hatte die Polizei alarmiert. 

Nach diesem Vorfall von Anfang Mai dieses Jahres war der Mann erkennungsdienstlich behandelt worden und ein automatischer Abgleich durch das Hessische Landeskriminalamt ergab dann einen Treffer:Nach diesem Vorfall von Anfang Mai war der Mann erkennungsdienstlich behandelt worden und ein automatischer Abgleich durch das Hessische Landeskriminalamt ergab dann einen Treffer.

Fingerabdrücke geben Hinweise auf mutmaßlichen Täter

Die Fingerabdrücke des Mannes stimmten mit jenen überein, die nach der versuchten Entführung im Oktober 2012 von der Polizei gesichert worden waren. Fast fünf Jahre nach der versuchten Kindesentführung können die Ermittlungsbehörden damit einen Fahndungserfolg vermelden. Der dringend tatverdächtige Mann aus Nordrhein-Westfalen befindet sich seit Mittwoch in Untersuchungshaft. 

Auch bei der versuchten Entführung von 2012 geht die Staatsanwaltschaft in Marburg davon aus, dass der Täter auf sexuellen Missbrauch aus war. Zu der versuchten Entführung kam es am Montagnachmittag, 1. Oktober 2012. Seinerzeit hatte ein bis dato unbekannter Mann versucht, in Niederweimar in der Straße „Baumgarten“ ein zu jenem Zeitpunkt neunjähriges Mädchen zu entführen. 

Kindesentführung scheiterte

Der Täter zog das Kind der Polizei zufolge in sein Fahrzeug und klebte dem Opfer ein Klebeband auf den Mund. Dem Mädchen gelang allerdings die Flucht, als der Mann sein Fahrzeug startete. Auf diesem Klebeband konnte die Polizei jene Fingerabdrücke sichern, die dem jetzt Festgenommenen zuzuordnen sind. 

Nach dem Vorfall kam es zu umfangreichen Ermittlungs- und Fahndungsmaßnahmen von Polizei und Staatsanwaltschaft. In diesem Zusammenhang suchten die Ermittlungsbehörden auch nach einem grauen oder silberfarbenen Opel und baten die Bevölkerung um Mithilfe.

Trotz der intensiven Maßnahmen verliefen die Ermittlungen damals ohne Erfolg. 

Spurensuche in Bettinghausen

Wegen der neuen Erkenntnissen nach dem Vorfall in Witten erließ die Staatsanwaltschaft Marburg unverzüglich Haftbefehl gegen den Tatverdächtigen, zudem wurden Durchsuchungsbeschlüsse für mehrere Wohnsitze des Mannes und ein Antrag auf Entnahme von Körperzellen erlassen.

Beamte der Kriminalpolizei Marburg nahmen den Verdächtigen mit Unterstützung der Kreispolizei Soest dann am Dienstag in Lippstadt vorläufig fest. Zudem erfolgten Wohnungsdurchsuchungen an mehreren Orten in Nordrhein-Westfalen sowie die Durchsuchung von zwei Fahrzeugen des Mannes. 

34-Jähriger in Haft

Recherchen ergaben laut Polizei und Staatsanwaltschaft, dass auf den Beschuldigten im Jahre 2012 ein grauer Opel Omega zugelassen war. Der mutmaßliche Täter wurde am Mittwoch dem zuständigen Richter beim Amtsgericht Marburg vorgeführt, der den bereits bestehenden Haftbefehl bestätigte. Der 34-Jährige sitzt seither in einer Justizvollzugsanstalt ein. 

Die Ermittlungen, insbesondere zu den Aufenthaltsorten und Reisewegen des Festgenommenen, dauern an. In Bettinghausen hatte die intensive Durchsuchung des Wohnsitzes bei den Einwohnern viel Aufsehen erregt. Wie Anwohner berichten, hatte der Mann das Haus als Zweitwohnsitz angemietet. Demnach war er nur selten jeweils für kürzere Zeit dort anwesend.

Quelle: wa.de

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