Hauptverdächtiger im Düsseldorfer Rotlicht-Skandal wieder in Haft

DÜSSELDORF - Im Düsseldorfer Rotlicht-Skandal sitzt der Hauptverdächtige wieder in Untersuchungshaft. Das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf setzte die Haftbefehle gegen den früheren Betreiber von Bordellen sowie einen Mitarbeiter wieder in Vollzug.

Das teilte das Gericht am Dienstag mit. In Bordellen von Thomas M. sollen Freier reihenweise mit K.o.-Tropfen betäubt und ausgeplündert worden sein.

Bei einer eigens eingerichteten Telefon-Hotline hatten sich etwa 50 Geschädigte auch aus Übersee bei der Polizei gemeldet. Die Rotlicht-Betriebe wurden von der Stadt Düsseldorf im Juli für mehrere Monate geschlossen und konnten erst mit neuer Geschäftsführung wieder öffnen. Zeitweise saßen neun Beschuldigte in Untersuchungshaft. Die Düsseldorfer Rotlicht-Größe Bert Wollersheim kam im August wieder auf freien Fuß.

Der Haftbefehl gegen den Ex-Bordellbetreiber Thomas M. war erst im Herbst vom Landgericht aufgehoben worden. Dagegen ging der OLG-Strafsenat von Flucht- und Verdunklungsgefahr aus. Es gebe dringende Anhaltspunkte, dass Mitarbeiter finanzkräftigen Kunden heimlich Kokain, Medikamente oder K.o.-Tropfen verabreichten, um sie dann zu hohen Zahlungen zu veranlassen. Teilweise sollen die Kredit- oder Scheckkarten bis ans Limit belastet und mehrere 10 000 Euro abgebucht worden sein. Einzelne, noch benommene Kunden sollen nach dem Erwachen unter der Drohung, man werde sie sonst nicht gehen lassen, weitere Zahlungen geleistet haben.

Das OLG nahm an, dass es sich um eine "im Mitarbeiterkreis der Bordellbetriebe grundsätzlich akzeptierte und praktizierte "Geschäftspraxis"" gehandelt habe. Thomas M. habe die Geschäftspolitik bestimmt. "Er soll selbst aktiv daran mitgewirkt und Mitarbeiter angewiesen haben, Gäste "auszunehmen"", erklärte das OLG. - lnw

Quelle: wa.de

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