Hauptverdächtiger im Rotlicht-Skandal kommt frei

DÜSSELDORF - Der Hauptverdächtige im Düsseldorfer Rotlicht-Skandal kommt auf freien Fuß. Das Landgericht habe am Dienstag den Haftbefehl gegen Bordellbesitzer Thomas M. aufgehoben, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit.

In seinen Bordellen sollen Freier reihenweise mit K.o.-Tropfen betäubt und dann ihre Kreditkarten geplündert worden sein. Die Staatsanwaltschaft kündigte Beschwerde gegen die Entscheidung an. Aus ihrer Sicht ist Thomas M. nach wie vor der Hauptverdächtige in dem Fall.

Das Landgericht sah es dagegen als nicht hinreichend belegt an, dass die Taten "auf Anordnung von oben" verübt wurden. Es sei nicht auszuschließen, dass sie nicht abgesprochen gewesen seien. Dass die Taten verübt wurden, daran hat auch das Gericht keine Zweifel.

"Rotlicht-König" Bert Wollersheim war bereits vor einigen Wochen freigelassen worden. Ihn sehen inzwischen auch die Ermittler aufgrund neuer Zeugenaussagen als teilweise entlastet. Deswegen werde gegen seine Freilassung nicht weiter vorgegangen.

Betäubten Freiern waren in den Bordellen der Verdächtigen bis zu fünfstellige Beträge von ihren Kreditkarten abgebucht worden. Um die Opfer von Strafanzeigen abzuhalten, sollen sie inmitten von mehreren Prostituierten und großen Champagnerflaschen fotografiert worden sein. Anfang Juli waren die Ermittler dem Verdacht mit einer großen Razzia nachgegangen.

Die Kreditkarten-Einnahmen flossen auf Geschäftskonten der Bordelle. Über Umsatzbeteiligungen profitierten auch die Prostituierten und andere Beschäftigte unmittelbar an den illegalen Einnahmen.

Die Stadt Düsseldorf hatte nach Bekanntwerden der Vorwürfe vier Bordelle und eine Gaststätte geschlossen. Das Düsseldorfer Verwaltungsgericht hatte diese Entscheidung bestätigt. Inzwischen sitzt nur noch ein Beschuldigter aus den Bordellen wegen der K.o.-Tropfen-Vorwürfe in Untersuchungshaft, ein weiterer wegen des Verdachts eines Rauschgiftdelikts. - lnw

Quelle: wa.de

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