Verdächtiger aus Polizeikreisen

Thorsten W. aus Hamm: Finanzier der rechten Terrorzelle

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Die Polizeiwache in Bockum-Hövel. Hier arbeitete Thorsten W. 

Der Polizei-Mitarbeiter  Thorsten W. aus Hamm, hatte offenbar vor, die unter Terrorverdacht stehende "Gruppe S." finanziell beim Kauf von Waffen zu unterstützen. 

  • Der Polizei-Verwaltungsbeamte Thorsten W. wollte die rechte Terrorzelle offenbar mit Geld für den Kauf von Waffen und Munition unterstützen. 
  • Sechs Tage vor seiner Festnahme soll er an einem Treffen in Minden teilgenommen haben. 
  • W. hatte mit seiner rechten Besinnung auch in der Behörde nicht hinterm Berg gehalten.

Hamm – 5 000 Euro für den Ankauf von Waffen und Munition. Falls nötig, auch mehr Geld: Das ist nach gemeinsamen Recherchen von unserer Redaktion und „Der Spiegel“ der Betrag gewesen, den der Hammer Polizei-Verwaltungsbeamte Thorsten W. der unter Terrorverdacht stehenden „Gruppe S.“ zuschustern wollte.

Sechs Tage vor seiner Festnahme am Freitag, 14. Februar, soll der 50-jährige Hammer seine Investitionsbereitschaft in Minden geäußert haben. Dort fand ein Treffen der aus sechs Bundesländern stammenden zwölf Gruppen-Mitglieder statt. Bei früheren Geheimzusammenkünften der seit Herbst 2019 ins Visier der Ermittler geratenen mutmaßlichen Terrorzelle war er anscheinend nicht zugegen gewesen.

Thorsten W. aus Hamm unter Terrorverdacht: Waffen besorgen wollte er nicht

Thorsten W., der in seiner Freizeit gerne in Wikinger- und Germanenkutten schlüpfte, war demnach nicht derjenige, der die Waffen für die auf Politiker, Moscheen und Asylsuchende geplanten Attentate besorgen wollte. Das wollten zwei andere aus der Gruppe übernehmen. 

Dabei hätte der Hammer Verwaltungsbeamte mit entsprechender krimineller Energie auf seiner Dienststelle, der Polizeiwache in Bockum-Hövel, möglicherweise doch an die dort im Tresor lagernden Maschinenpistolen und hunderten Schuss Munition gelangen können. Jedenfalls wurde diese Version in den letzten Tagen auch in Hammer Polizeikreisen diskutiert. Die Wache ist schließlich nachts nur mit einer Person besetzt, mit dem dort vorhandenen Arsenal hätte ein Massaker veranstaltet werden können...

Das Ganze ist offenbar nur graue Theorie. Anlass, an den Wachstrukturen etwas zu ändern, sehe man nicht, sagte eine Behördensprecherin auf WA-Anfrage.

Hamm: Thorsten W. zeigte rechte Gesinnung offen

Der Fall „Thorsten W.“ hatte unmittelbar die polizeilichen Oberbehörden auf den Plan gerufen. Vertreter des Innenministeriums, des Landeskriminalamtes und des Landesamtes für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei NRW (LAFP) waren, wie gestern bereits berichtet, im Hammer Präsidium, um nach in der Vergangenheit erfolgten Versäumnissen zu forschen. 

Thorsten W. hatte mit seiner rechten Gesinnung auch in der Behörde nicht hinterm Berg gehalten. Er las die „Junge Freiheit“, hisste 2018 auf seinem Balkon eine Reichskriegsflagge und schrieb seinen Namen am Briefkasten in deutscher Kurrentschrift. In seinem Auto klebt bis heute an der Mittelkonsole ebenfalls ein Reichsadler, berichtet wa.de*. Alles nichts Verbotenes und doch in der Summe vielleicht ein bisschen viel für einen Polizeimitarbeiter. Schon vor Jahren soll er mit einem Vorgesetzten wegen seiner nationalistischen Züge aneinandergeraten sein, Konsequenzen gab es offenbar keine.

Polizeimitarbeiter aus Hamm unter Verdacht: Kein Beamter in Uniform

Thorsten W. ist seit 1995 bei der Polizei und bearbeitet seit einigen Jahren im Verkehrskommissariat Ordnungswidrigkeiten-Verfahren. Er absolvierte zunächst die Ausbildung im mittleren Polizeidienst und danach eine zweite zum Verwaltungsbeamten. Als Polizist mit Uniform und Waffe hat er keinen Tag gearbeitet.

Innerhalb des Hammer Präsidiums hatte der 50-Jährige anscheinend den einen oder anderen Gesinnungsgenossen. Zwei weiter Prüf-Fälle mit einer möglicherweise rechtsgerichteten Gesinnung im PP Hamm sind mittlerweile bekannt geworden. Das teilte die Polizei gestern nach entsprechenden WA-Nachfragen mit. Ein Zusammenhang zu den Ermittlungen des Generalbundesanwalts gegen Thorsten W. und die „Gruppe S.“ bestehe nicht. Näheres soll heute von Polizeipräsident Erich Sievert bekannt gegeben werden.

*wa.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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