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Nach Mord in Hamm: Jetzt packt eine Bekannte des Verdächtigen exklusiv aus

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Von: Dennis Liedschulte

Nach der Horror-Tat in Hamm (NRW) kommen immer mehr Details ans Licht. Eine von vielen Frauen, mit denen der Mordverdächtige Kontakt hatte, packt gegenüber RUHR24 aus.

Dortmund/Hamm – „Ich kannte den Mörder aus Kindertagen. Wir waren damals zusammen bei den Messdienern und Pfadfindern in einer Kirchengemeinschaft“, sagt Sarah (Name von der Redaktion geändert). Er habe er zu den ruhigeren Personen gehört, wie RUHR24* erfahren hat.

BundeslandNRW
StadtHamm in Westfalen
EreignisMordfall / Horror-Tat in Hamm

Hamm (NRW): Frau packt gegenüber RUHR24 aus – Mordverdächtiger schrieb mit ihr 2019 und 2020

Aber aus ihr unbekannten Gründen sei der heute 27-jährige Mordverdächtige irgendwann aus Hamm* in NRW* weggezogen. Kontakt hätten sie dann nicht mehr gehabt. Irgendwann sei er in die Stadt im östlichen Ruhrgebiet zurückgekehrt. Dort wird der 27-Jährige derzeit beschuldigt, am Sonntag (19. September) eine 25-Jährige nach einer Partynacht ermordet zu haben.

„Um 2019 nahm er wieder Kontakt zu mir auf. Schrieb mir, dass er mich wunderschön finden würde und deswegen gerne kennenlernen möchte“, sagt Sarah gegenüber RUHR24. Sie habe ihn darauf hingewiesen, dass sie sich aus Kindertagen kennen. Daraufhin habe er mit angefangen intensiver zu schreiben (mehr News zur Kriminalität* im Ruhrgebiet* bei RUHR24).

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Screenshot aus dem Chat zwischen dem Mordverdächtigen und Sarah (Name geändert). © Privat

„Einige Zeit später fragte er mich, ob ich nicht zu seiner Geburtstagsparty bei ihm Zuhause vorbeischauen möchte“, sagt Sarah. Das sei aus ihrer Sicht sehr merkwürdig gewesen. Man habe ja nur kurz geschrieben. Zwar kannten sich die beiden aus einem kirchlichen Ferienlager im Jahr 2005, aber danach habe es keinen Kontakt gegeben.

Hamm (NRW): Frau lehnt Treffen mit Mordverdächtigen ab – „Nein“ habe er nicht akzeptieren wollen

Aus diesem Grund sei die Einladung zum Geburtstag auch sehr komisch gewesen aus Sarahs Sicht. „Man lädt doch niemanden ein, den man so gar nicht kennt“, sagt sie. Aus Höflichkeit habe sie die Einladung verneint. Und selbst wenn sie Zeit gehabt hätte, wäre sie nicht hingegangen. Es habe sich in jeden Fall sonderbar angefühlt. Sie lehnte ab. Der Kontakt brach darauf hin ab. Für circa ein Jahr.

Im Januar 2020 habe der heute 27-Jährige* noch einmal Kontakt aufgenommen. Er habe sich erneut mit ihr treffen wollen. „Auch dies verneinte ich. Jedoch schien er ein Nein nicht so zu akzeptieren“, so Sarah. Mehrere Male habe er nachgefragt, habe sie umstimmen wollen.

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Screenshot aus dem Chat zwischen dem Mordverdächtigen und Sarah (Name geändert). © Privat

„Danach habe ich nichts mehr von ihm gehört“, sagt Sarah. Rund um die Tat vom vergangenen Sonntag (19. September) schrieb er sie nicht an. Als sie sein mit einem schwarzen Balken verdecktes Gesicht in der Bild gesehen habe, erkannte sie ihn sofort. „Ich wusste, dass er es ist“, sagt Sarah.

Hamm (NRW): Mordverdächtiger habe krampfhaft versucht, jemanden kennenzulernen

Auf eine Vermutung, die auch aktuell durch die Medienlandschaft kursiert, hat Sarah auch. „Scheinbar hat er händeringend nach einer Partnerin gesucht!“ Dieses Gefühl hat Sarah auch schon 2019 und 2020 gehabt. Es sei, wie sie erklärt, ja nie einfach nur um Smalltalk bei ihm gegangen. Sofort habe er von Treffen gesprochen, habe Komplimente verteilt, habe sie zum Geburtstag eingeladen.

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Screenshot aus dem Chat zwischen dem Mordverdächtigen und Sarah (Name geändert). © Privat

„Er hat, wie vielleicht auch jeder andere, nach Liebe gesucht“, sagt sie und fügt hinzu, dass jedoch dieser vertrauensaufbauende Smalltalk zu Anfang einer Konversation gefehlt habe. Es sei krampfhaft gewesen. Und, dass er mit so vielen anderen Kontakt hatte, das habe sie natürlich nicht gewusst.

Hamm (NRW): „Es ist kaum zu verstehen, wie nah man doch da dran gewesen ist!“

Sarah ist 2019 und 2020 vom dem Mann angeschrieben worden, der aktuell wegen Verdacht des Mordes an eine Frau in Untersuchungshaft sitzt.

„Die erste Nacht nach Bekanntwerden der Tat habe ich gar nicht geschlafen. Man kann gar nicht verstehen, wie nah man da doch dran gewesen ist“, gibt sie zu.

„Man kann das eigentlich nicht in Worte fassen, wie viel Glück man gehabt hat“, sagt sie. Mit unzähligen Szenarien habe sie sich in den Tagen nach der Tat konfrontiert. Was wäre passiert, wenn sie sich mit ihm getroffen hätte? Es hätte aufgrund der wohnlichen Situation auch ihr Nach-Hause-Weg sein können. „Das lässt einen alles nicht los!“.

Für sie sei in dieser Nacht nicht nur eine Frau verstorben, sondern auch ein großes Stück Sicherheit in ihrem Kopf. Das Thema lasse sie bis heute nicht los. Natürlich bleibe aktuell die Frage, wie sowas, obwohl er polizeibekannt war, passieren konnte. „Werde ich von einer Partynacht nach Hause gehen? Ich denke eher in nächster Zeit eher nicht“, gibt sie zu. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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