16-Jähriger bestreitet Pläne

Geplanter Terroranschlag in Hagen: Ermittler entdecken „IS“-Propaganda bei 16-Jährigem

Nach dem Anschlagsversuch auf eine Synagoge in Hagen (NRW) fanden Ermittler bei dem 16-jährigen Verdächtigen „IS“-Propaganda. Der Jugendliche beantrage Haftprüfung.

Update, Dienstag (21. September), 16.30 Uhr: Nach einem geplanten Anschlag auf eine Synagoge in Hagen verdichten sich die Beweise gegen einen 16-Jährigen. Ermittler fanden bei ihm nun islamistische Propaganda.

Stadt Hagen (NRW)
EreignisVereitelter Terroranschlag auf Synagoge
Wann?Mittwoch, 15. September

Hagen: Ermittler finden „grausame Darstellungen“ bei Jugendlichem – Haftprüfung beantragt

Neben einem Chatverlauf mit einem Mitglied des „Islamischen Staats“ (IS) sei mittlerweile „deutlich mehr Material“ entdeckt worden, teilten die Sicherheitsbehörden am Dienstag mit. Darunter sollen auch „grausame Darstellungen“ gewesen sein. Dies sei ein bekanntes Vorgehen des „IS“, der so junge Menschen zu Anschlägen verleiten will, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (DPA).

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) dankte den Behörden am Dienstag im Düsseldorfer Landeskriminalamt für ihr „schnelles und konsequentes Handeln“. Der Tatverdächtige, ein 16-jähriger Syrer, sitzt derzeit noch in Untersuchungshaft. Sein Anwalt sagte jetzt aber, er habe bereits am Freitag (17. September) Haftprüfung beantragt. Das Gericht hat nun zwei Wochen Zeit, darüber zu entscheiden, ob der junge Mann frei kommt.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) dankte den Ermittlern.

Hagen: 16-jähriger Verdächtiger wird wegen des dringenden Tatverdachts festgenommen

Update, Freitag (17. September), 19.50 Uhr: Hagen – Ein Richter bestätigte am Freitagabend in Hagen, dass gegen den Jugendlichen wegen des mutmaßlich geplanten Anschlags auf die Synagoge ein dringender Tatverdacht besteht. Der festgenommene 16-Jährige muss nun in Untersuchungshaft. Das hat die Generalstaatsanwaltschaft in Düsseldorf mitgeteilt.

Konkret erfolgte die Festnahme laut der Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Vorbereitung einer „schweren staatsgefährdenden Gewalttat im Zusammenhang mit der Gefährdungslage zum Nachteil einer jüdischen Einrichtung in Hagen“.

Nach Anschlagsversuch in Hagen: Jugendlicher wird dem Haftrichter vorgeführt

Update, Freitag (17. September), 16.25 Uhr: Der 16-jährige Jugendliche, der wegen mutmaßlicher Anschlagspläne auf die Hagener Synagoge festgenommen wurde, wird jetzt einem Haftrichter vorgeführt. Das sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf am Freitag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (DPA).

Die Ermittler sehen demnach einen dringenden Tatverdacht gegen ihn und werden einen Haftbefehl beantragen, über den der Richter noch am Freitag entscheiden muss. Der 16-Jährige hatte Sicherheitskreisen zufolge zugegeben, über den Messengerdienst Telegram Kontakt zu einem Bombenbau-Experten gehabt zu haben. Einen Anschlag auf die Synagoge geplant zu haben, bestritt er jedoch.

Weiter heißt es, dass es sich bei dem Kontaktmann des Jugendlichen um einen Angehörigen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) handeln soll. Der Hinweis soll von einem ausländischen Geheimdienst an den Bundesnachrichtendienst (BND) gegangen sein.

NRW: Anwalt des 16-jährigen Syrers aus Hagen ist sich sicher – Mandat wird freigelassen

Erstmeldung, Freitag (17. September), 13.50 Uhr: Zwei Tage nach dem versuchten Anschlag auf eine Synagoge in Hagen (NRW*) kommen weitere Details ans Licht. Derweil geht Anwalt Ihsan Tanyolu von der Freilassung seines des 16-jährigen Syrers aus, wie RUHR24* weiß.

„Es hat sich kein Tatvorwurf erhärtet, der das rechtfertigen würde“, sagt Ihsan Tanyolu gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (DPA). Auch am Freitag (17. September) befindet sich der 16-jährige Syrer weiter in Polizeigewahrsam.

Die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf habe zudem keinen neuen Sachstand vermeldet. Heißt im Umkehrschluss: Es steht noch nicht fest, ob es einen Haftbefehl gegen den 16-Jährigen geben wird. Die anderen drei Festgenommenen sind mittlerweile wieder freigelassen worden – einen Verdacht gegen die Personen habe sich nicht ergeben (mehr News zu Kriminalität in NRW* bei RUHR24).

NRW: Vereitelter Anschlag auf Synagoge in Hagen – Beamte finden keine Waffen

Bei dem Verdächtigen handelt es sich um einen 16-jährigen Jugendlichen mit syrischem Migrationshintergrund, der, wie die WAZ schreibt, aus dem Osnabrücker Raum kommen soll.

Wie die DPA schreibt, heißt es aus Sicherheitskreisen, dass der 16-jährige Syrer Kontakt zu bekannten Islamisten im Ausland gehabt haben soll. Er habe sich zudem mit Fragen des Bombenbaus beschäftigt. Am Donnerstag haben Beamte der Polizei den 16-jährigen Syrer in Hagen nach Hinweisen eines ausländischen Nachrichtendienstes an den Bundesnachrichtendienst (BND)* festgenommen.

Es sei nichts darüber bekannt, was der 16-Jährige genau an der Synagoge vorhatte. Zum einen habe man im Umkreis der Synagoge in Hagen keine Sprengstoffe gefunden. Zum anderen habe die Polizei bei den Durchsuchungen keine Bombenbauteile gefunden. Allerdings sind Handys und Speichermedien gefunden worden, die noch ausgewertet werden müssen.

NRW: Hagen nach dem Anschlagsversuch – Ministerpräsident Armin Laschet findet deutliche Worte

NRW-Ministerpräsident und Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet äußerte sich im Rahmen eines Wahlkampftermins im niedersächsischen Hittfeld über die Ereignisse in Hagen: „Wer sich hier integriert, soll sich integrieren, soll Deutsch lernen und soll auch seinen Job ausüben und der darf auch bleiben. Aber der, der terroristische Taten plant, muss des Landes verbracht werden!“

Interessant wird die Frage, wie es nun mit dem Hauptverdächtigen weiter geht. Die Beamten fanden keine Waffen oder Sprengstoff im Umkreis der Synagoge und der Wohnung des Verdächtigen. Der Anwalt glaubt daher nicht an eine Vorführung beim Haftrichter. „Der Sachverhalt wird mit unserer Unterstützuung aufgearbeitet“, so Ihsan Tanyolu.

Derweil schweigen die jüdischen Institutionen. Das lag bislang wohl am jüdischen Feiertag Jom Kippur (15./16. September). Weder die Vertreter der Synagoge in Hagen noch der Zentralrat der Juden in Berlin haben sich bislang zu dem möglichen Anschlag geäußert. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Alex Talash

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