Haftstrafe für Probesprengung vor Anschlag auf Sikh-Tempel

Essen - Drei Jugendliche zünden eine Bombe vor dem Essener Sikh-Tempel. Schon Monate sollen sie sich mit weiteren Freunden zu Probesprengungen getroffen haben. Einer von ihnen wird zu einer Haftstrafe verurteilt.

Der Bombenanschlag auf das Gebetshaus der Essener Sikh-Gemeinde soll akribisch geplant und vorbereitet gewesen sein. Schon drei Monate vor der Tat vom April trafen sich mehrere Jugendliche in Gelsenkirchen zu zwei Probesprengungen in einem Skaterpark. Aus dieser Gruppe wurde am Donnerstag ein 18-Jähriger vom Essener Landgericht zu zweieinhalb Jahren Jugendhaft verurteilt. In erster Instanz hatte das Amtsgericht Gelsenkirchen noch zwei Jahre Jugendhaft verhängt. Weil sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung Berufung eingelegt hatten, war der Fall in der nächsten Instanz noch einmal neu verhandelt worden.

An dem Anschlag auf den Sikh-Tempel Mitte April waren nach derzeitigem Ermittlungsstand nur zwei heute 17-Jährige aus Gelsenkirchen und Schermbeck und ein 16-jähriger Jugendlicher aus Essen beteiligt. Ihnen wird derzeit am Landgericht Essen unter anderem wegen versuchten Mordes der Prozess gemacht.

Die beiden Probesprengsätze waren Anfang Januar gezündet worden. Die Chemikalien sollen die beteiligten Jugendlichen im Internet bestellt haben. Der nun verurteilte Gelsenkirchener soll unter anderem beim Bau der Bomben geholfen und die Detonationen später mit seinem Handy gefilmt haben.

Wegen des jugendlichen Alters des Angeklagten fand die Verhandlung komplett unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Nach Angaben von Gerichtssprecher Johannes Hidding kamen die Berufungsrichter zu dem Schluss, dass sich der 18-Jährige auch nach seiner Inhaftierung offenbar nicht aus seiner damaligen Gedankenwelt gelöst hat. - dpa

Quelle: wa.de

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