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Waschen Sie ihre Hände richtig? Experten zeigen: So wird's gemacht

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Desinfektionsmittel entfernt bei richtiger Anwendung und ausreichender Menge 99,99 Prozent der Bakterien und Viren.

Lüdenscheid - Händewaschen gehört zur täglichen Routine: nach dem Toilettengang, vor dem Essen und immer öfter zwischendurch, fürs eigene Wohlempfinden. Die beste Lösung sind Wasser und Seife aber nicht immer.

Warum, das zeigten Hygienefachkraft Udo Schirk und Stephanie Speer, Qualitätsmanagement, in der Berglandklinik Lüdenscheid. „Fürs Händewaschen gibt es nur vier Gründe“, sagte Schirk. „Um offensichtlichen Dreck abzuwaschen, Fettrückstände zu entfernen, vor dem OP und beim Umgang mit Menschen mit Durchfallerkrankungen.“ 

Denn deutlich effektiver sei die Desinfektion der Hände. Und dabei auch noch hautfreundlicher. „Die heutigen Mittel sind rückfettend, Seife dagegen immer entfettend“, was trockene Haut begünstige. „Außerdem entfernen wir durchs Händewaschen vielleicht 85 Prozent der Bakterien; bei der Desinfektion sind es 99,99 Prozent“, betonte Schirk. 

Im Gegensatz zur Seife beim Händewaschen trocknen heutige Mittel die Haut nicht mehr aus – sie sind sogar rückfettend.

Vorausgesetzt, man führt sie auch richtig durch: Wichtig sei bereits eine ausreichende Menge des Desinfektionsmittels. Dieses muss über die gesamte Handfläche, einschließlich Handgelenk, verteilt werden. Das Mittel auch zwischen den Fingern verreiben.

Nicht zu vergessen seien die Daumen und die Fingerkuppen, um alle Bereiche der Hand auch zu erreichen. Nur dann könne man davon ausgehen, dass 99,99 Prozent aller Bakterien und Viren abgetötet sind. Die Einreibedauer sollte mindestens 30 Sekunden betragen. 

Was eine mangelnde Umsetzung bewirkt, konnten Besucher der Berglandklinik am Freitag direkt selbst sehen. Mithilfe von UV-Licht machten Schirk und Speer nicht erreichte Hautstellen sichtbar. Ein Großteil der Tester musste nachlegen, die wenigsten hatten ausreichend Mittel verwendet. 

Unter UV-Licht wurde durch weißgebliebene Stellen sichtbar, wo nicht genügend desinfiziert worden ist.

Ganz auf das Händewaschen verzichten sollte man aber definitiv nicht, betonte Hygienefachkraft Udo Schirk. Insbesondere zuhause reiche das Waschen in der Regel völlig aus; immerhin sei der Umgang mit Bakterien auch wichtig für das eigene Immunsystem. Sinn mache die Desinfektion eher unterwegs, etwa auf öffentlichen Toiletten, im Krankenhaus und eben dort, wo man vielen fremden und kranken Menschen begegne. 

„Und günstiger und schneller als eine richtige Handwäsche ist die Desinfektion auch noch“, weiß Schirk. „Man spart warmes und kaltes Wasser, Abwasser, Handtücher und natürlich Seife.“

So werden die Hände richtig gewaschen

Wie das richtige Händewaschen funktioniert und warum genau das so wichtig ist, hat uns ein Experte aus der St. Barbara-Klinik in Hamm erklärt - und im Video gezeigt.

Quelle: wa.de

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