Guter Mensch von Bielefeld: Franz Schaible gibt Sozialaktien aus

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Franz Schaible mit Sozialaktie. Das Motiv ist frei, Dividende gibt es nicht.

BIELEFELD - Franz Schaible hat wieder zugeschlagen: Passend zu Weihnachten gibt es die selbst gestaltbare Sozialaktie. Seit mehr als 30 Jahren produziert der Bielefelder „Sozialunternehmer“ Ideen für den guten Zweck.

Der 60-Jährige setzt sich für Benachteiligte ein, besonders für Langzeitarbeitslose. Der Sohn eines Hilfsarbeiters aus Delbrück bei Paderborn hat sich hochgearbeitet. „Acht Jahre Volksschule“, erzählt er in seinem kleinen Büro im ehemaligen Lager des Heeresversorgungsamtes in Bielefeld. Er lernt Betriebsschlosser, absolviert die Fachoberschule, studiert Sozialwesen, später Soziologie an der Universität Bielefeld.

„Mein Studienschwerpunkt war die Organisationsanalyse“, sagt Schaible. Er will soziale Organisationen effizienter machen. „Ich musste aber bald erkennen, dass es sehr schwer ist, bestehende Strukturen zu verändern.“ Also tut er das, was er immer tut: Er macht es selbst. Einen Tag nach dem Ende seines Studiums gründet er am 23. Mai 1980, mit 29 Jahren, die GAB, die Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung. Er macht Langzeitarbeitslose fit für den Arbeitsmarkt und bringt sie bei Unternehmen unter, zunächst befristet, viele von ihnen dann dauerhaft.

Seine neueste Idee: Die Ausgabe von Sozialaktien, Anteilsscheinen der Bielefelder Sozial-Aktien-Gesellschaft, mit denen Geld in die leeren Kassen gemeinnütziger Einrichtungen gespült werden soll. Das Prinzip: Die Käufer erwerben echte Aktien, können ein Bildmotiv dazu auswählen und bestimmen, wohin das Geld fließen soll. „Bei uns gibt es keine Dividende, dafür eine Spendenbescheinigung“, sagte Schaible . Zunächst sollen 200 000 Aktien ausgegeben werden, die im Internet angefordert werden können. - dpa

Quelle: wa.de

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