Zug zwischen Waggons 15 und 16 getrennt und auf Pkw geprallt

Güterzug-Unfall in Hohenlimburg: Mensch oder Technik schuld?

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Der Güterzug war in Hohenlimburg zwischen zwei Waggons getrennt worden. Die zweite Zugeinheit erfasste zunächst ein Auto, prallte dann auf die zweite und brachte vier Waggons zum Entgleisen.

Hohenlimburg - Die Bundespolizei und die Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung arbeiten mit Hochdruck daran, die Ursache für den Bahnunfall von Montagabend an der Oeger Straße in Hagen-Hohenlimburg aufzuklären. "Der Fokus der Ermittlungen richtet sich nun auf den Vorgang der Zugzusammen- und Zugbereitstellung. Ein menschliches und/oder technisches Versagen kann nicht ausgeschlossen werden", heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung.

Bei dem "Bahnbetriebsunfall", wie es offiziell heißt, waren am Montagabend (17. Juli) gegen 21.15 Uhr in Hagen-Hohenlimburg vier Waggons des Güterzuges 93950 entgleist. Der Güterzug habe aus einer ziehenden Lokomotive, 25 Waggons sowie einer schiebenden Lokomotive bestanden.

"Aus, noch zu ermittelnden Gründen, wurde der Güterzug zwischen den Waggons 15 und 16 getrennt. Als der erste Teil des Güterzuges den Bahnübergang überfahren hatte, löste die letzte Achse, über einen elektronischen Kontakt, die Freigabe für die Öffnung des Bahnübergang aus, welche automatisiert und reibungslos beendet wurde. Dabei handelt es sich um einen normalisierten Betriebsablauf.

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Bei nun geöffneten Schranken überfuhr das Kraftfahrzeug den Bahnübergang. Während des Passiervorgangs wurde das Kraftfahrzeug durch die abgetrennte, zweite Zugeinheit erfasst. Diese fuhr im weiteren Verlauf auf die erste, stehende Zugeinheit auf und brachte vier Waggon zum Entgleisen", heißt es in der Pressemitteilung der Bundespolizei zum Ablauf des Ereignisse weiter.

Im Rahmen der bisherigen Ermittlungen seitens der Bundespolizeiinspektion Dortmund sei festgestellt worden, "dass zum Unfallzeitpunkt die Funktionsfähigkeit des Bahnübergangs nicht beeinträchtigt war. Weiterhin kann ein äußerliches Einwirken auf den Bahnverkehr durch das Kraftfahrzeug ausgeschlossen werden."

Jetzt wird also alles überprüft, was im Zusammenhang mit der Zugzusammen- und Zugbereitstellung steht. "Ein menschliches und/oder technisches Versagen kann seitens der ermittelnden Beamten nicht ausgeschlossen werden", so die Bundespolizei abschließend.

Die Gleise 1 und 2 des Bahnhofs Hohenlimburg waren gesperrt und der Zugverkehr über die Gleise 3 und 4 an der Unfallstelle vorbeigeleitet worden. Dadurch fiel der planmäßige Halt des RE16 im Bahnhof Hohenlimburg aus. - eB

Quelle: wa.de

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