Verstoß gegen Corona-Regeln

Arm gebrochen? Umstrittener Polizeieinsatz bei Familienfehde

Zwei Großfamilien wollten ihren Streit klären – dazu verabredeten sie ein Treffen in Gütersloh. Die Gruppe von 20 Personen rief die Polizei auf den Plan. Dann eskalierte der Einsatz.

Update: 12. Januar, 12.15 Uhr. Wie die NW mitteilt, hat die Familie des 18-Jährigen, dem bei dem Polizeieinsatz in Gütersloh von Beamten der Arm gebrochen worden sein soll, sich entschieden, keine Anzeige zu erstatten. Das Brisante daran: Angeblich soll diese Entscheidung nach Aussage der Familie auf den Rat eines Polizeioberkommissars hin erfolgt sein.

Die Polizei Gütersloh bestätigte lediglich, dass keine Anzeige vorliege. Darüber, dass die Familie nach dem Einsatz telefonischen Kontakt mit einem Polizeibeamten gehabt hätte, habe man keine Kenntnis.

Polizeieinsatz in Gütersloh: Familienstreit eskaliert

Erstmeldung vom 6. Januar. Gütersloh – Zu einem umstrittenen Polizeieinsatz ist es kurz vor Weihnachten im Ortsteil Avenwedde gekommen. Um 20.40 Uhr am 22. Dezember hatte ein Zeuge den Notruf verständigt, nachdem er eine Gruppe von rund 20 Menschen auf dem Parkplatz des Elli-Supermarktes gesehen hatte.

Stadt Gütersloh
Bevölkerung100.861
BundeslandNRW

Gütersloh: Polizeigewalt bei Einsatz? Gruppe bricht Corona-Regeln

Der Zeuge berichtete, dass die Personen sich offenbar streiten würden. So große Menschenansammlungen sind aufgrund der Corona-Schutzverordnung derzeit nicht erlaubt. Laut der aktuellen Coronavirus-Regeln* dürfen sich ab dem 11. Januar nur noch zwei Menschen aus unterschiedlichen Haushalten treffen – zum Zeitpunkt des Einsatzes in Gütersloh lag die Zahl noch bei fünf Personen.

Die Polizei Gütersloh* schickte mehrere Streifenwagen zu dem Parkplatz. Die Gruppe hielt sich nach wie vor dort auf und führte gerade eine Auseinandersetzung. Informationen der NW zufolge hatten sich zwei Großfamilien verabredet, um einen Konflikt zu klären.

Arm bei Polizeieinsatz gebrochen? Polizei Gütersloh nimmt keine Stellung

Weiter berichtete die Zeitung, dass einem 18-Jährigen bei dem Einsatz der Arm gebrochen wurde. Die Polizei Gütersloh kann dies jedoch nicht bestätigen. „Dazu liegt uns keine Anzeige vor“, sagt eine Sprecherin der Behörde auf Nachfrage von owl24.de. Zunächst nahmen die Beamten die Personalien der Anwesenden auf.

Dabei störte ein Mann immer wieder den laufenden Einsatz in Gütersloh. Er trug eine Schreckschusspistole bei sich, für die man eigentlich den kleinen Waffenschein braucht. Da der Störenfried sich den Beamten widersetzte, mussten sie ihn kurzfristig in Gewahrsam nehmen, um seine Personalien feststellen zu können.

Bei Familienstreit in Gütersloh: Mann hat Schreckschusspistole bei sich

Ob es sich hierbei um den möglicherweise verletzten 18-Jährigen handelt, ist unklar. Die Polizei konnte dazu keine Angaben machen. Nachdem in der Zeitung über den Einsatz berichtet wurde, stellte sich die CDU Gütersloh hinter die Polizei. Die Partei wies Kritik an den Einsatzkräften zurück und fragte, warum diese nicht konsequent durchgreifen sollten, wenn sie respektlos behandelt würden und zudem noch gegen geltende Coronavirus*-Regeln verstoßen werde.

Als ein Streit in Gütersloh eskalierte, rückte die Polizei an. (Symbolbild)

Kürzlich kam es zu einem weiteren Einsatz in der Stadt: Aus Angst vor Corona-Strafen flohen Jugendliche nach einem schweren Unfall vor der Polizei*. Ein 19-Jähriger hatte in einer Kurve die Kontrolle über den Wagen verloren und kam von der Straße ab. In dem Auto hatten sich zu diesem Zeitpunkt drei Mitfahrerinnen aus jeweils anderen Haushalten befunden. (*Qwl24.de und msl24.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.)

Rubriklistenbild: © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare