Gülle aus Massentierhaltung belastet Gewässer

Gewässerschädigung durch Gülle

Münster/Geldern  - Gülle aus Massentierhaltung belastet die Gewässer in Westfalen und im westlichen Niedersachsen. Messungen im Grundwasser haben ergeben, dass der von der Europäischen Union für die Nitratkonzentration vorgeschriebene Wert von 50 Milligramm pro Liter vielerorts überschritten wird. Das teilte der VSR- Gewässerschutz am Montag in Geldern mit.

 Auch in der Ems und in mehreren Nebenbächen wurden zu hohe Nitratwerte gemessen. Der Verein kritisierte, dass die Betreiber von Massentierhaltung in Deutschland keinen Nachweis darüber erbringen müssen, dass der Betrieb über genügend Fläche für die Gülle-Entsorgung verfügt. Der Verein VSR-Gewässerschutz hat in den vergangenen zwei Jahren in der Emsregion die Nitratkonzentration in 376 privat genutzten Brunnen gemessen.

In mehr als einem Viertel davon hätten die Werte bei mehr als 50 Milligramm pro Liter gelegen. Besonders stark belastet sei das Wasser in den Regionen Rheine (Kreis Steinfurt), Meppen, Bramsche und Dinklage (Niedersachsen). Dort wurden mehr als 150 Milligramm Nitrat pro Liter gemessen. Dieses belastete Grundwasser fließt nach Angaben des Vereins den Flüssen Ems, Großer Aa und Hase zu. In der Ems und einigen Nebenbächen habe der Nitratgehalt zudem über dem Wert gelegen, der vom Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) der Bundesregierung gefordert wird. Für die in die Nordsee mündenden Flüsse soll der Gesamtstickstoffgehalt bei höchstens 1,8 Milligramm pro Liter liegen, hieß es. Umgerechnet auf Nitrat sei das ein maximaler Wert von 7,9 Milligramm pro Liter. In Rheda-Wiedenbrück (Kreis Gütersloh) etwa lag die Nitratkonzentration in der Ems jedoch bei 27 Milligramm pro Liter. Bis Leer in Niedersachsen sank sie auf 14 Milligramm pro Liter. Ähnliche Werte habe der VSR-Gewässerschutz bereits 2004 gemessen.

Noch höhere Konzentrationen fanden die Umweltschützer in einigen Nebenbächen. So wurde mit 35 Milligramm Nitrat pro Liter in der Bever der höchste Wert festgestellt. Auch die Werse transportiere mit 25 Milligramm sowie die Große Aa mit 14 Milligramm wesentlich zu viel Nitrat. Einzig die Hase sei mit 9 Milligramm relativ gering belastet. dpa

Quelle: wa.de

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