NRW räumt nach Unwetter mit 45 Tonnen Hagel auf

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Großeinsatz der Feuerwehr nach Unwetter in Düsseldorf: Ein Auto fährt am Sonntag in Düsseldorf-Mörsenbroich über eine überflutete Straße.

DÜSSELDORF/MECHERNICH - Ein Unwetter hat am Sonntagabend und in der Nacht über NRW gewütet. Regenmassen überfluteten die Straßen, 45 Tonnen Hagel prasselten vom Himmel. Lastwagen transportierten die dicken Körner ab.

Tonnenweise Hagelkörner, Blitzschlag und starke Regengüsse haben am Sonntagabend in Nordrhein-Westfalen einen Millionenschaden verursacht. Die Folgen des Unwetters waren vor allem in der Landeshauptstadt Düsseldorf auch noch am Montag zu spüren. Bis zum späten Vormittag war dort eine S-Bahnstation gesperrt. Verletzte gab es bei dem Unwetter, das am Niederrhein, in Düsseldorf und in der Voreifel wütete, nicht. Die Aufräumarbeiten waren am Morgen danach noch im Gange.

Dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge fielen am Abend in einer halben Stunde mancherorts 30 Liter Niederschlag pro Quadratmeter, was knapp einem Drittel der üblichen Monatsmenge entspreche. Dass die Gewitter dabei regional extrem unterschiedlich ausfielen, sei typisch für ein Luftmassengewitter, das bei schwülwarmen Temperaturen entstehe. "Es ist schon so, dass gerade bei diesen Gewitterlagen von einem Kilometer auf den anderen oder auf noch kürzere Distanz extreme Unterschiede herrschen", sagte der DWD-Meteorologe vom Dienst.

In Mechernich im Kreis Euskirchen sorgte ein heftiger Hagelschauer für einen Großeinsatz der Feuerwehr. "Wir haben mehr als 45 Tonnen weggeräumt", sagte ein Sprecher. "Der Hagel stand 40 cm hoch." Mit Radladern brachte die Feuerwehr rund 15 Lastwagenladungen aus dem Stadtgebiet. "Die Körner hatten bis zu 4 Zentimeter Durchmesser."

Durch einen Blitzeinschlag geriet ein Dachstuhl in Schloss Dieprahm bei Kamp-Lintfort in Brand. Der Schaden werde auf ein bis zwei Millionen Euro geschätzt, so die Polizei in Wesel. Verletzt wurde niemand.

Auch in Düsseldorf sorgten Regen und Hagel für einen Großeinsatz der Feuerwehr. Anwohner des Stadtteils Düsseltal berichteten von vier Zentimeter großen Hagelkörnern, die über 15 Minuten lang vom Himmel fielen und am Montagmorgen noch nicht komplett abgeschmolzen waren. 188 Mal rückten die Einsatzkräfte wegen Wasserschäden aus. Keller, Wohnungen, Garagen und Lagerräume liefen voll Wasser. Straßen und Unterführungen wurden überflutet, weil Hagelkörner die Gullys verstopften. Im Lager einer Apotheke stand das Wasser einen Meter hoch und beschädigte die Waren. Der Schaden im Düsseldorfer Stadtgebiet beträgt laut Feuerwehr mehrere Hunderttausend Euro.

Eine Düsseldorfer S-Bahn-Station musste gesperrt werden. "Die Unterführung ist voll Wasser gelaufen", sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn. Nach Auskunft der Bahn wurde die Sperrung am späten Montagmorgen aufgehoben.

Bei Emmerich am Niederrhein sorgten starke Regengüsse für einen Erdrutsch. Die Fahrbahn sei mit einer zehn Zentimeter dicken Schicht aus Geröll und Schlamm bedeckt gewesen, teilte die Polizei Kleve mit. Feuerwehr und Stadt brauchten Stunden, um die Fahrbahn zu reinigen. - lnw

Quelle: wa.de

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