Großeinsatz am Bahnhof

Fünf Verletzte bei Auseinandersetzung im Zug - zwei Festnahmen!

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Ein Großeinsatz lief ab Mitternacht am Bahnhof Werl. 

[Update 12 Uhr] Entgegen erster Erkenntnisse unmittelbar in der Tatnacht hat es bei der schweren Auseinandersetzung im Zug keine Verletzungen durch ein Messer gegeben. Die Polizei versicherte am Samstagmorgen, dass bei der Auseinandersetzung keine Stichwaffe eingesetzt worden sei.

  • Bei einer Auseinandersetzung in einem Zug der Eurobahn bei Werl wurden drei Menschen verletzt
  • Zunächst war von einer Messerstecherei die Rede gewesen
  • Der Zug der Linie RB59 von Dortmund nach Soest stoppte im Werler Bahnhof
  • Es gab zwei Festnahmen. Polizei- und Rettungskräfte waren im Großeinsatz

Werl - Zunächst war gegen Mitternacht von einer Messerstecherei in der Eurobahn die Rede gewesen, die mindestens fünf Verletzte gefordert habe. Sowohl Zeugen als auch Einsatzkräfte vor Ort hatten von Stichverletzungen bei Reisenden gesprochen, nach einer Tatwaffe wurde auch gesucht. Nachdem der Zug im Bahnhof Werl zum Stehen kam, eilten etliche Rettungskräfte dorthin. Es gab zwei Festnahmen. Der Bahnhof war lange gesperrt. 

Am Samstagmorgen stellt sich die Situation nicht mehr ganz so schlimm dar. Ob bei dem Zwischenfall überhaupt ein Messer gezeigt worden war, erschließe sich derzeit noch nicht, heißt es von Seiten der Polizei. "Es war weniger dramatisch und lange nicht so schlimm, wie es zunächst den Anschein hatte", sagte Polizeisprecher Wolfgang Lückenkemper auf Anfrage. 

Streit eskaliert: Grund war Musik aus mitgeführtem Lautsprecher

Gegen 23.38 Uhr hatte ein Zeuge der Polizeileitstelle telefonisch eine Auseinandersetzung in einem Zug der aus Richtung Dortmund in den Werler Bahnhof einfuhr gemeldet. Zwei 16 und 19 Jahre alte, in Soest lebende Jugendliche, waren mit einer fünfköpfigen Gruppe in Streit geraten, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei von Samstagmittag. Grund dafür war demnach die Musik aus einem mitgeführten Lautsprecher. 

Schlag ins Gesicht: Soester verletzt Werler schwer

Aufgrund der verschiedene Musikgeschmäcker kam es zunächst zu einer Schubserei die in einer Prügelei endete. Dabei schlug der 16-jährige, in Soest lebende, Jugendliche einem 26-jährigen Werler mit der Faust ins Gesicht. Dadurch wurde der Mann schwer verletzt. Er musste später in einem Krankenhaus stationär aufgenommen werden. 

Neben dem schwer verletzen Mann hatten zwei weitere Personen leichte Blessuren von der Auseinandersetzung davongetragen. 

Zeugen: Aussagen widersprechen sich - Ein Messer wird nicht gefunden

Zu der Auseinandersetzung habe es laut Polizei unterschiedliche Zeugenaussagen gegeben. Einige Zeugen gaben an, ein Messer gesehen zu haben. Andere hatten das Messer nicht bemerkt. Bei den polizeilichen Ermittlungen sei weder das Messer gefunden worden, noch habe ein Beteiligter eine entsprechende Verletzung. Die beiden in Soest lebenden Männer wurden vorläufig festgenommen. Sie trugen Spuren einer Schlägerei. 

Nach ersten Vernehmungen wurden sie in den frühen Morgenstunden wieder auf freien Fuß gesetzt werden. Wegen der ersten Meldungen hatte die Polizei starke Kräfte an den Werler Bahnhof beordert. Gegen 0.15 Uhr war zu sehen, wie Polizeibeamte zwei junge Männer über den Bahnhofsvorplatz abführten. Um 0.30 Uhr war die Lage vor Ort noch unübersichtlich. Sieben Rettungswagen, etliche Polizeiwagen und Kräfte der Feuerwehr waren im Einsatz, der Zugang zum Bahnhof durch den Tunnel war gesperrt. 

Einsatz der Einsatzkräfte zog sich über zwei Stunden hin

Der Einsatz lief über Stunden. Die Polizei hatte zunächst eine Nachrichtensperre verhängt. Die Rede war von einem "Körperverletzungsdelikt", mehr könne man noch nicht sagen. Auch um 1.30 Uhr wollte die Polizei noch keine Auskünfte erteilen. Um 2 Uhr gab es eine erste offizielle Mitteilung. Es sei im Zug zur einer "Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen" gekommen, bei der "nach derzeitigem Ermittlungsstand 5 Personen verletzt wurden." Vor Ort seien "mehrere Tatbeteiligte festgenommen und die Lage beruhigt worden." Am Bahnhof in Werl komme es daher "aufgrund von Absperrmaßnahmen zu Verzögerungen im Bahnverkehr".

Im Zug wurden Menschen vernommen.

Nach Prügelei: Weinende Menschen aus Zug herausgeführt

Polizisten und Rettungskräfte waren im Zug, weinende Menschen wurden herausgeführt. Die Polizei machte noch keine weitere Angaben zu den Hintergründen. Zu der Auseinandersetzung muss es während der Fahrt gekommen sein. 

Polizisten durchkämmten zunächst den Zug nach den vermuteten Tätern; erst dann konnten auch die Rettungskräfte in die Eurobahn. Verletzte wurden auf dem Bahnsteig behandelt. Zwei wurden ins Krankenhaus gebracht; ein Mensch soll eine Augenverletzung  haben. Er wurde in die Augenklinik nach Dortmund gefahren; ein Verletzter kam ins Mariannenhospital Werl.

Polizeieinsatz im Werler Bahnhof: Zug fuhr von Unna nach Soest

Der Zug stand auch um 2 Uhr noch am Bahnhof. Es handelt sich um eine RB 59, die zwischen Soest, Unna und Dortmund verkehrt. Der Zug war in Richtung Soest unterwegs. Die Spurensicherung  kam zum Einsatz.

Der Werler Bahnhof war kurz nach Mitternacht ganz ins Blau der Lichter der Rettungskräfte getaucht.

Die Feuerwehr wurde zur Unterstützung mit alarmiert, da von einem "Massenanfall von Verletzten" die Rede war. Man unterstütze die Polizei, sagte Kreisbrandmeister Thomas Wienecke. "Das ist eine reine Polizeilage." Die Feuerwehr Werl übernahm die Koordination des Rettungseinsatzes. 

Werl: Ausmaß zunächst unklar, Rettungskräfte aus Nachbarstädten angefordert

Weil das Ausmaß zunächst unklar war, wurden auch Rettungskräfte aus den Nachbarstädten angefordert. Auch der psychologische Dienst zur Betreuung von Reisenden wurde gerufen. An der Feuerwache Werl an der Grafenstraße hielten sich weitere Kräfte von Rettungsdienst und Feuerwehr in Bereitschaft

Vor dem Bahnhof hielten sich weitere Einsatzkräfte bereit, während auf dem Bahnsteig Verletzte versorgt wurden.

Die Werler Wehr kam zu einem weiteren Einsatz: Sie fuhr gegen 1.45 Uhr 16 Reisende mit Feuerwehrwagen nach Soest zum Zielort, da der Zug noch im Bahnhof stehen bleiben musste und die Weiterfahrt unklar war.

Messerstecherei in Zug - Einsatz in Eurobahn im Bahnhof Werl

Messerstecherei am Bahnhof: Andere Fälle

Zwei Vorfälle am Soester Bahnhof haben Anfang Dezember Schlagzeilen gemacht. Dort stach ein Mann mit einer Schere auf einen 26-Jährigen ein. Die Hintergründe sind unklar. Ein 20-jähriger Mann soll eine gleichaltrige Frau mit einem Teppichmesser bedroht haben. Im August erstach ein Mann am Bahnhof in Iserlohn seine Ex-Frau und ihren neuen Lebensgefährten.

Quelle: wa.de

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