Grippewelle erreicht NRW - "keine dramatische Entwicklung"

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DÜSSELDORF - Die Grippewelle ist in Nordrhein-Westfalen angekommen. Die Zahl der Erkrankten ist in der letzten Woche deutlich angestiegen. Bisher wurden in der Grippesaison 2014/15 insgesamt etwa 700 Fälle gemeldet.

Im vergangenen Jahr waren es zum gleichen Zeitpunkt nur knapp 300. "Das ist allerdings keine dramatische Entwicklung", sagte Annette Jurke vom Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen (LGZ NRW) der Deutschen Presse-Agentur. Von Saison zu Saison gebe es immer wieder Schwankungen. So wurden vor zwei Jahren zur gleichen Zeit bereits über 6000 Grippefälle gemeldet.

Doch nicht nur Nordrhein-Westfalen schnieft: Deutschlandweit wurden in der vergangenen Woche rund 2400 neue Grippefälle gemeldet. Das ist ein deutlicher Anstieg im Vergleich zur Vorwoche. Wie sich die Grippewelle weiterentwickelt, lasse sich derzeit nicht vorhersagen, sagte Silke Buda vom Robert Koch-Institut.

In diesem Jahr sei der Virustyp A(H3N2) besonders verbreitet. "Dieses Virus hat in der Vergangenheit oft zu stärkeren Grippewellen geführt." Besonders ältere Menschen haben ein höheres Risiko, schwer zu erkranken. Kinder stecken sich generell leichter mit Grippe an. Die verschiedenen Grippevirustypen lassen sich allerdings nicht aufgrund der Symptomatik unterscheiden.

Dass die Symptome in diesem Jahr möglicherweise stärker sind als im vergangenen, macht Jurke vom LGZ NRW an der hohen Zahl der Arztbesuche fest. Auch Oliver Funken vom Hausärzteverband Nordrhein und Hausarzt in Rheinbach hat derzeit eine besonders volle Praxis.

Viele Patienten seien auch mit dem Virustyp A(H1N1) infiziert. Dieses Virus, das auch für die sogenannte Schweinegrippe verantwortlich ist, ist in diesem Jahr auch in Nordrhein-Westfalen verbreitet. Funken rät vor allem Älteren innerhalb von 24 Stunden einen Arzt aufzusuchen, wenn sie Grippesymptome wie Fieber haben. Sonst könne es zum Beispiel zu einer Lungenentzündung kommen.

Alle anderen sollten spätestens nach vier Tagen zum Arzt, um Komplikationen zu verhindern. Der Arzt betont, dass die Welle gerade erst angefangen habe. Bei den Beschäftigten der Düsseldorfer Rheinbahn etwa ist sie noch nicht angekommen. Grippebedingte Zugausfälle oder Verspätungen gibt es nach Angaben eines Sprechers noch nicht. "Bisher sind wir verschont geblieben", heißt es.

"Das Schlimme an der Grippe ist, dass sie so plötzlich kommt", sagt Funken. "Von jetzt auf gleich ist man einfach nur platt." Und wer besonders viel Pech habe, den erwische es an Karneval. - dpa

Quelle: wa.de

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