In der Nähe eines Wanderweges

Waldbesitzer beschwert sich über Sextreff an der A45

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Auf einer einschlägigen Seite für erotische Kontakte wird die Anfahrt zu dem Sextreff im Wald am Wanderparkplatz Lüdenscheid-Nord an der Autobahn 45 genau beschrieben.

Schalksmühle - „Jeder ist willkommen“, so steht es auf einer einschlägigen Internetseite für erotische Kontakte. Gemeint ist damit ein Sextreff – gerade für Homosexuelle – auf dem Wanderparkplatz an der Autobahn 45. Ein Waldinhaber moniert, dass das illustre Treiben nicht unweit von einem Waldweg entfernt stattfinde, den Familien für ihre Ausflüge nutzen.

Die Beschreibung im Netz ist eindeutig. Die Landstraße in Lüdenscheid-Nord entlang, dann links Richtung Nachrodt, nach dem Kreisverkehr rund 700 Meter auf der linken Seite ist der Wanderparkplatz.

So ist es in dem Eintrag zu dem Treffpunkt zu lesen. Weiter heißt es, dass es von der vorvorletzten Parkbucht aus ein paar Meter geradeaus in den Wald geht, bis zu einer Tannenschonung. 

Nach einem Hinweis eines Schalksmühler Forstbesitzers fragte unsere Zeitung beim Märkischen Kreis, dem Ordnungsamt der Gemeinde Schalksmühle und bei der Kreispolizeibehörde nach. Allen Stellen ist die Sachlage bekannt, doch konkrete Handlung können nicht vorgenommen werden. 

Anzeigen liegen nicht vor 

Der Beschwerdeführer befürchtet, dass durch den angrenzenden Wanderweg vor allem Familien durch die Kontaktaufnahme der „Gäste“ verschreckt würden. Er habe entsprechende Schritte bei den zuständigen Behörden eingeleitet.

Eine Anzeige wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses läge bei der Ordnungsbehörde für diesen Bereich nicht vor, erklärt Dietmar Boronowski, Pressesprecher der Polizei. Er hat die Datenbank von Anfang 2017 bis heute durchsucht. 

Im Schutze zahlreicher Nadelbäume treffen sich häufig Menschen zur „Kontaktaufnahme“.

Der Waldbesitzer spricht davon, dass es sogar eine „Hütte“, ein Verschlag aus Stoff und Holz geben soll. Eine solche „Verrichtungsbox“, so der Fachterminus, habe der Bauhof der Gemeinde Schalksmühle vor einiger Zeit abgebaut, heißt es aus dem Fachbereich Bürgerdienste und Soziales, dem auch das Ordnungsamt unterliegt. 

Man bezweifele dort, dass der genannte Wanderweg überhaupt genutzt wird. Man habe den Fall aber an den Kreis weitergeleitet, da er auch das seit vergangenem Jahr existierende Prostitutionsschutzgesetz betreffe. So soll es auch Meldungen über Damen gegeben haben, die dort ihrem Gewerbe nachgegangen sind.

Eine konkrete Sachlage sei aber schwierig auszumachen. Denn ohne Anzeigen könne man gegen das private Verkehren dort nichts machen. 

Nicht für private Treffen zuständig 

Bei der Kreisverwaltung ergibt sich ebenfalls eine Grauzone, wie Pressesprecher Hendrik Klein erklärt. „Wir sind in Teilen für das Prostitutionsschutzgesetz zuständig. Aber nicht für private Treffs. Dafür ist das Ordnungsamt oder die Polizei verantwortlich.

Das Problem ist auch, dass letztlich diese Treffen überall stattfinden können.“ Solange niemand eine Anzeige wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses macht, könne man gegen das Treiben in dem Wald nichts unternehmen, betont Dietmar Boronowski.

Quelle: wa.de

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