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Invasion an Fleischtheke bei Edeka: Grüne Gestalten sorgen für Aufsehen

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Von: Kristina Köller

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Übung des ABC-Zuges der Feuerwehr Goch im Supermarkt (Edeka)
Grüne Männchen im Edeka in Goch (NRW): Mit dieser Aktion hat die Feuerwehr von sich Reden gemacht. © Torsten Matenaers/Freiwillige Feuerwehr Goch

Bei Edeka dürften einige Kunden ihren Augen nicht getraut haben: Gestalten in schweren grünen Anzügen stehen mit Einkaufswagen an der Fleischtheke. Eine verrückte Aktion mit tieferem Sinn.

Goch - Sie marschieren schweren Schrittes, aber zielstrebig über den Parkplatz vor Edeka Kusenberg in Goch (NRW), schnappen sich Einkaufswagen, kommunizieren kaum verständlich: Gestalten in grünen Ganzkörper-Anzügen inklusive Gesichtsschutz. Unter dem Visier tragen sie Atemschutz. Dann kaufen sie direkt am Eingang drei rote Rosen - ein Bild wie aus einem Film.

StadtGoch
KreisKreis Kleve
Fläche115,4 km²

Wer hier die Blicke auf sich zieht, sind aber keinesfalls grüne Marsmännchen - auch wenn man es meinen könnte -, sondern Feuerwehrleute bei einer mehr als ungewöhnlichen Übung am Donnerstag, 28. Oktober. Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Goch im Westen von NRW hat ein Video von der Aktion gemacht.

Edeka in Goch (NRW): Feuerwehr mit grünen Anzügen

Und so war der ABC-Zug bei Edeka Kusenberg einkaufen. Die Spezialkräfte für Einsätze mit atomaren, biologischen oder chemischen Gefahrstoffen trugen dabei ihre auffällig grünen Chemikalienschutzanzüge.

In einer Pressemitteilung erklärt die Freiwillige Feuerwehr Goch, dass diese Anzüge zum Beispiel gebraucht werden, wenn Gefahrstoffe ausgetreten sind und gesichert werden müssen. Doch was um alles in der Welt machen die Feuerwehrleute in voller grüner Montur ausgerechnet im Edeka? Die Aktion hat jedenfalls einen tieferen Sinn.

Bei Edeka in Goch (NRW): Übung in grünen Chemikalienschutzanzügen

„Wenn man in einem solchen Anzug steckt, sind alle Sinne eingeschränkt. Selbst einfache Tätigkeiten werden ungewohnt schwer. Und genau das sollten die Trupps bei diesem besonderen Einkaufsbummel erfahren und dabei die Kommunikation untereinander üben sowie die gestellten Aufgaben möglichst geschickt lösen“, heißt es.

Die eingangs erstandenen Rosen müssen also an Kunden verschenkt werden. So schaut eine Edeka-Kundin verwundert, muss unter ihrer Corona-Schutzmaske aber lächeln, als ein Feuerwehrmann in grün ihr die Rose überreicht und dabei - wegen des Atemschutzes - brummelnd etwas sagt.

Bei Edeka in Goch (NRW): Senf kaufen in voller Montur

Nächste Aufgabe: Senf in den Einkaufswagen packen. Dafür muss erst mal eine Verkäuferin gefragt werden, wo Senf denn zu finden ist. Dann folgt ein Gang durch die Regalreihen bei Edeka.

Letztlich landen auch Produkte aus der Fleischtheke, Bananen, ein Schokoriegel und Ketchup auf dem Kassenband. Dann heißt es: Geld herauskramen und bezahlen. Gar nicht so einfach in voller Montur, mit Handschuhen.

Feuerwehrübung bei Edeka in Goch (NRW): Kunden nicht vollkommen geschockt

Am Eingang von Edeka Kusenberg in Goch war übrigens ein Transparent mit der Aufschrift „Feuerwehrübung“ befestigt. Schließlich sollten die Kunden auch nicht zu sehr geschockt werden. Fazit der Feuerwehr: „Das war für uns der bislang ungewöhnlichste Einkaufsbummel.“ Der Dank für die Gastfreundschaft gilt dem Supermarkt.

Auch eine spektakuläre Location für eine gemeinsame Feuerwehrübung: Die Freiwillige Feuerwehr Hamm, die Höhenrettung des Kreises Soest und der Einsatzführungsdienst der Berufsfeuerwehr Hamm haben im Hochregallager des Landmaschinenherstellers Claas in Hamm-Uentrop einen Unfall in 15 Metern Höhe simulieren können.

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