"Einsatzfehler"

Gladbecker Geiseldrama: NRW-Landtag bittet Angehörige um Entschuldigung

+
Geiselnehmer Dieter Degowski

Düsseldorf/Gladbeck - 30 Jahre nach dem Gladbecker Geiseldrama hat sich der nordrhein-westfälische Landtag fraktionsübergreifend erstmals zur Mitverantwortung des Landes für die damaligen Einsatzfehler bekannt.

In einer einstimmig angenommenen Resolution baten CDU, FDP, SPD, Grüne sowie AfD und fraktionslose Abgeordnete am Mittwoch die Angehörigen der drei Todesopfer um Entschuldigung. In einer Schweigeminute gedachte der Landtag der Opfer, Hinterbliebenen und Verletzten.

"Dass es so weit kommen konnte, lag auch und vor allem an Fehlern der verantwortlichen Einsatzleitung in Nordrhein-Westfalen", heißt es in der Resolution. Die damalige NRW-Einsatzleitung habe nach heutigen Erkenntnissen "mehrere Möglichkeiten verstreichen lassen, die Geiselnahme zu beenden und die Geiseln zu retten".

Lesen Sie auch: Dieter Degowski aus JVA Werl entlassen

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte zum 30-jährigen Erinnerungstag vor gut einem Monat gemeinsam mit Bremens Regierungschef Carsten Sieling (SPD) und Niedersachsens Europaministerin Birgit Honé (SPD) Kränze am Grab von Silke Bischoff im niedersächsischen Heiligenrode niedergelegt.

Die 18-jährige Bischoff war damals von einem der Geiselnehmer erschossen worden. Ebenso der 15-jährige Italiener Emanuele de Georgi. Der Bremer Polizist Ingo Hagen kam bei dem Einsatz bei einem Verkehrsunfall ums Leben.

Am 16. August 1988 hatten Dieter Degowski und Hans-Jürgen Rösner schwer bewaffnet in Gladbeck eine Bankfiliale überfallen und Geiseln genommen. Anschließend flohen sie - live verfolgt von Fernsehen und Radio. - dpa/lnw

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare