Gewitter tobt über Köln - Klinik mit Wasser vollgelaufen

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Köln - Ein heftiges Unwetter hat in der Nacht zum Samstag Köln getroffen. Die Feuerwehr rückte in kürzester Zeit zu rund 200 Einsätzen aus.

Ein hilfloser Mensch sei aus dem Rhein gerettet worden, hieß es. "Ein Autofahrer und ein Radler wurden während des Regens bei Unfällen verletzt", sagte ein Sprecher der Polizei am Morgen. Ein weiterer Autofahrer wurde aus seinem Wagen befreit, der in einer gefluteten Unterführung feststeckte. Auch die Uniklinik brauchte Hilfe: Dort drang das Wasser an mehreren Stellen in das Gebäude ein. Die Helfer pumpten zudem etliche vollgelaufene Keller leer. Bis in die Morgenstunden waren rund 340 Mann im Einsatz und kämpften gegen die Regenflut.

Am Niederrhein dagegen hat sich die Lage deutlich entspannt. Am Samstag stellte der Krisenstab des Kreises Wesel seine Arbeit ein. Nach starken Regenfällen drohten seit Donnerstag in Orten entlang des Flusses Issel Überschwemmungen. Besonders betroffen waren Hamminkeln und Isselburg im angrenzenden Münsterland. "Die Pegel sind deutlich gesunken. Aber wir beobachten die Lage weiter", sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Warum entwickelt sich aus Starkregen ein Hochwasser? Experten sehen in der Begradigung von Flüssen und der Bebauung von Flächen in Ufernähe die Ursache. "Wenn es starke Niederschlagsereignisse in dichter Abfolge gibt und die Böden das Wasser nicht mehr aufnehmen können, haben wir da ein Problem", sagte Prof. Mark Oelmann vom Lehrstuhl für Energie- und Wassermanagement an der Hochschule Ruhr-West in Mülheim der dpa.

Diese Wirkung könne abgemildert werden, wenn die Flüsse wieder mehr Raum bekämen. Es sei problematisch, wenn etwa ein Fließgewässer an verschiedenen Stellen kanalisiert oder eingeengt sei und das einhergehe mit einer Bebauung in Ufernähe. "Allgemein ist es so: Wenn der Fluss sich ausbreiten kann, wenn es zu Starkniederschlag kommt, dann werden die Pegel längst nicht so ansteigen", sagte Oelmann.

Bei diesem Thema hänge alles mit allem zusammen, sagte der Fachmann. Denn mit ansteigenden Gewässern stiegen auch die Grundwasserstände. Dies führe dazu, dass es etwa zu nassen Kellern auch im Hinterland von Überschwemmungsgebieten komme. "Deshalb können von Hochwassern auch Gebiete betroffen sein, die relativ weit vom Fluss entfernt sind", sagte Oelmann.

Quelle: wa.de

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