Getürmt mit Besuchermarke: Häftling wieder geschnappt

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AMSTERDAM/BOCHUM - Zielfahnder haben den 26-jährigen Niederländer, der vor neun Monaten mit einer Besuchermarke aus der JVA Bochum spaziert war, in Amsterdam geschnappt. Der Fall hatte für Aufsehen gesorgt, die Staatsanwaltschaft hat nun seine Auslieferung beantragt.

Der mit einer Besuchermarke aus dem Gefängnis in Bochum getürmte Häftling ist wieder hinter Schloss und Riegel. Zielfahnder hätten den 26-jährigen Niederländer nach neun Monaten Flucht in Amsterdam aufgespürt, teilte das Landeskriminalamt NRW am Freitag in Düsseldorf mit. Die Bochumer Staatsanwaltschaft hat nun seine Auslieferung beantragt.

Der 26-Jährige hatte im Juni vergangenen Jahres für Furore gesorgt, weil es ihm durch bloßes Vorzeigen einer Besuchermarke gelungen war, aus dem Gefängnis zu spazieren.

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Der Niederländer saß in Bochum in Untersuchungshaft, weil er einer professionellen Diebesbande angehört haben soll. Der bislang einmalige Fall hatte ein Nachspiel im Landtag. Die CDU-Opposition hatte die Entweichung als "unglaublich peinlichen Vorgang" kritisiert. "Wie kann es sein, dass man mit solch einem banalen Trick durch die Vordertür der JVA herausspazieren kann?", hatte CDU-Vize-Fraktionschef Peter Biesenbach gefragt.

Die JVA Bochum hatte schon 2012 als "Pannen-Knast" Schlagzeilen gemacht, der damalige Anstaltsleiter war ausgewechselt worden. Ein Gefangener hatte durch ein schlecht gesichertes Oberlicht türmen können, ein anderer hatte die Gitterstäbe durchgesägt und war bis auf den Dachboden der Anstalt gelangt. Einem weiteren gelang durch waghalsige Sprünge in die Tiefe die Flucht. Ein vierter Häftling hatte bei einem unbewachten Krankenhausaufenthalt flüchten können. Hinter einem Poster an der Außenwand hatte wiederum ein anderer Gefangener begonnen, den Mörtel aus der Mauer zu kratzen.

Experten hatten das Gefängnis daraufhin untersucht und der Anstalt zahlreiche Sicherheitsmängel attestiert. Neben Baumängeln und Brandschutz wurde auch der laxe Umgang der Wärter mit Sicherheitsvorschriften kritisiert. Die Experten sprachen mehr als 100 Empfehlungen aus. - dpa

Quelle: wa.de

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