Gestrandeter Pottwal: Penis und Flossen werden präpariert

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„Er ist so schwer, dass man ihn zu zweit kaum tragen kann.“ Werner Beckmann und seine Kollegin wuchten den Wal-Penis von der Ladefläche. Während das Walskelett zunächst nach Stralsund ins Meeresmuseum „Ozeaneum“ gebracht wurde, durfte der zoologische Chefpräparator einige Organe bereits mit nach Münster nehmen.

MÜNSTER - Körperteile des vor der Nordseeinsel Pellworm gestrandeten Pottwals sind in der Präparationswerkstatt des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Münster eingetroffen.

Dort werden sie für die Ausstellung „Wale – Riesen der Meere“, die ab September 2012 im Museum für Naturkunde zu sehen sein soll, vorbereitet.

Die Schau soll im Themenbereich Fortpflanzung auch den 1,56 Meter langen Penis des Riesensäugers zeigen, der gestern in Münster eintraf. „Er ist so schwer, dass man ihn zu zweit kaum tragen kann“, sagte der Chefpräparator des LWL, Werner Beckmann. „Ich schätze, er wiegt einen Zentner.“ Die 70 Zentimeter langen Flossen sollen das Thema „Fortbewegung“ veranschaulichen.Obwohl das Tier schon mehrere Tage tot war, hätten bei Außentemperaturen um den Nullpunkt im Kadaver noch 20 Grad geherrscht, berichtete Beckmann. Der Wal habe sich auf der Suche nach Tiefsee-Tintenfischen offenkundig in der Nordsee verirrt und sei verhungert, sagte Ausstellungsmacherin Judith Becker. Die Forscher tauften das Tier auf den Namen „Alfred“. Bereits 2007 hatten sie bei den Behörden im Norden Interesse für den Fall angemeldet, dass ein Wal stranden sollte.

Museumsdirektor Alfred Hendricks hatte deshalb schnell auf die Mitteilung vom angespülten, 15 Meter langen Pottwal in der vergangenen Woche reagiert und Kontakt zu den Behörden aufgenommen. Präparatoren und Wissenschaftler waren dann sofort nach Meldorf in Schleswig-Holstein gereist, um die Organe des 30 Tonnen schweren Kadavers vor ihrer Verwesung zu retten. - dapd/dpa

Quelle: wa.de

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