Gericht: Verschollener kann für tot erklärt werden

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HAMM/CASTROP-RAUXEL - Ein seit mehr als fünf Jahren verschollener Rentner mit Altersdemenz kann nach einem Beschluss des Oberlandesgerichts Hamm für tot erklärt werden. Denn: Die gesetzlichen Voraussetzungen nach dem Verschollenengesetz lägen vor.

Laut dem Gesetz gilt jemand als verschollen, wenn der Vermisste heute mindestens 80 Jahre alt wäre und seit seinem Verschwinden mindestens fünf Jahre verstrichen sind, heißt es in der veröffentlichten Entscheidung.

Die Richter bestätigten damit einen Beschluss des Amtsgerichts Castrop-Rauxel, das den Mann 2012 auf Antrag des Rentenversicherers für tot erklärt hatte. 

Der altersverwirrte und desorientierte Mann war im Juli 2004 nicht in seine Wohngruppe zurückgekehrt. Er war damals 72 Jahre alt. Acht Jahre später beantragte der Rentenversicherer, ihn offiziell für tot zu erklären. Sein Sohn wollte das jedoch nicht akzeptieren. Sein Vater sei bis zu seinem Verschwinden körperlich rüstig gewesen. Er vermute, dass der Rentner als unbekannte Person in einer anderen Pflegeeinrichtung untergekommen sei.

Die Richter nannten es dagegen schwer vorstellbar, dass ein Unbekannter in Deutschland oder dem benachbarten Ausland eine kostenträchtige Intensivpflege erhalte, ohne dass versucht werde, seine Identität aufzuklären. Auch nach Einschätzung des zuständigen Polizeikommissariats sei das wenig wahrscheinlich. - epd

Quelle: wa.de

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