Gemeinschaftsschule in NRW soll ohne Gesetzesänderung kommen

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DÜSSELDORF ▪ NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) will die Gemeinschaftsschule als neue Schulform in Nordrhein-Westfalen etablieren, ohne dafür das Schulgesetz zu ändern.

Für die Genehmigung von Gemeinschaftsschulen, in denen andere Schulformen wie Haupt-, Real-, Gesamtschulen und Gymnasien aufgehen und alle Kinder bis mindestens zur siebten Klasse gemeinsam unterrichtet werden, reiche das bestehende Gesetz aus, sagte die Schulministerin gestern zum bevorstehenden Start ins neue Schuljahr. Löhrmann beruft sich auf die Experimentierklausel im Schulgesetz, die Schulversuche und Versuchsschulen ausdrücklich erlaubt. Das Gesetz nenne keine Obergrenze. Deshalb werde sie alle Anträge zur Gründung von Gemeinschaftsschulen auf diesem Wege genehmigen, sagte Löhrmann.

Zurzeit gebe es einen einzigen Antrag aus Ascheberg, über den sie bis spätestens November entscheiden werde. Die Gemeinschaftsschule Ascheberg könne zum Schuljahr 2011/12 starten. Weitere 12 Anfragen aus anderen Kommunen lägen bereits vor.

Gemeinsam mit Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) lädt Löhrmann außerdem am 23. September alle für den Bereich Schule relevanten Gruppierungen und Verbände zu einer Bildungskonferenz ein. Dort solle der „größtmögliche Konsens“ gesucht werden für eine Verbesserung des NRW-Schulsystems.

Trotz weiter sinkender Schülerzahlen werde sie keine Lehrerstellen kürzen, sagte Löhrmann. Sie werde im Gegenteil bei der Etatberatung für 2011 zusätzliche 1100 Lehrerstellen anmelden, um eine Lehrerlücke an den Oberstufen zu schließen.

Den fünf von der schwarz-gelben Vorgängerregierung genehmigten Gesamtschulen werde sie nachträglich den Ganztag genehmigen, kündigte Löhrmann an.

Sie lasse außerdem prüfen, ob Gymnasien in NRW, wie in der Schweiz üblich, parallel das Abitur in neun und in acht Jahren anbieten dürfen. Besonders begabte Kinder könnten das Angebot  nutzen. ▪ DETLEF BURRICHTER

Quelle: wa.de

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