Geflügelpest: Zehntausende Hennen und Puten in NRW getötet

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Delbrück/Wesel/Kleve - Es genügt nur eine kleine Unaufmerksamkeit: Trotz landesweiter Stallpflicht ist der hochansteckende Geflügelpest Erreger in Mastbetriebe gelangt: Am Niederrhein und in Ostwestfalen mussten jetzt Hennen und Puten zu Zehntausenden getötet werden.

Nach Geflügelpestausbrüchen am Niederhein und in Ostwestfalen sind Zehntausende Hennen und Puten gekeult worden. Allein in einem Zuchtbetrieb in Delbrück (Kreis Paderborn) wurden bis zum Donnerstagmorgen 36.000 Legehennen und 4000 Puten getötet. Zuvor war dort das für Geflügel hochansteckende Virus H5N8 nachgewiesen geworden, wie der Kreis Paderborn am Donnerstag mitteilte. In einem Nachbarbetrieb wurden vorsorglich 17.000 Küken und Junghennen sowie 2000 Enten getötet.

Auch an der Grenze zwischen den Kreisen Wesel und Kleve war das Virus am Mittwoch in einem Putenmastbetrieb festgestellt worden. In Ställen der Ortschaften Hamminkeln und Haldern wurden insgesamt knapp 22.000 Puten gekeult. Auch wenn die betroffenen Landwirte für die Verluste aus der sogenannten Tierseuchenkasse entschädigt würden, sei es für Geflügelhalter ein herber Schlag, die gesamten Bestände töten zu müssen, hieß es aus den betroffenen Kreisen.

Bereits seit dem 20. Dezember 2016 gilt in Nordrhein-Westfalen Stallpflicht für Geflügel, nachdem zuvorin einem großen Mastbetrieb im Kreis Soest das Vogelgrippe-Virus nachgewiesen worden war. Wie das von Wildvögeln übertragene Virus dennoch in die Mastbetriebe gelangen konnte, ist unklar. "Die genauen Infektionswege können wir nicht nachweisen. Trotz aller Hygienevorschriften kann es schnell passieren, dass das Virus doch in die Ställe gelangt, beispielsweise über Arbeitskleidung", sagte eine Sprecherin des Kreises Wesel.

In dem betroffenen Betrieb waren zuvor binnen 24 Stunden mehr als 100 Tiere verendet. Weil der Niederrhein auf der Route durchziehender Wildgänse liegt, die das Virus verbreiten könnten, seien die Veterinäre und Geflügelhalter weiterhin in erhöhter Alarmbereitschaft. Auch in einem 10 Kilometer Radius rund um den Hof in Delbrück wurde ein Sperrbezirk gezogen, in dem in den kommenden Tagen der Gesundheitszustand von insgesamt rund 280 000 Tieren genau beobachtet wird.

Immer wieder war H5N8 in den vergangenen Wochen auch bei verendeten Wildvögeln nachgewiesen worden.In Wuppertal schloss am Donnerstag der Zoo bis auf Weiteres, nachdem es dort Virus-Verdachtsfälle gegeben hatte. Fünf tote Reiherenten werden derzeit untersucht, am Nachmittag lagen noch keine Ergebnisse vor. dpa

Quelle: wa.de

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