Autokorso, Party - aber auch Randale

Fußball-Fans zwischen Feierlaune und Übermut

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Party in Warstein

NRW - Nicht überall im Land haben die Fußball-Fans den Einzug der deutschen Nationalmannschaft ins WM-Achtelfinale friedlich gefeiert. So gab es beispielsweise in Marl und Essen Randale, während es in Hamm, Soest und Lüdenscheid keine gewalttätigen Vorfälle gab.

In Marl (Landkreis Recklinghausen) hatten sich am späten Donnerstagabend auf einer Kreuzung bis zu 400 Fußballfans versammelt, es sei mit Böllern geworfen worden, teilte die Polizei mit.

Zudem berichtete die Polizei von vereinzelten Schlägereien sowie volksverhetzenden Äußerungen. Sechs Menschen wurden festgenommen. Bei den Aufräumarbeiten fanden die Reinigungskräfte scharfe Munition - zwei Patronen. Die Polizei ermittelt.

Die Essener Polizei lobte zwar grundsätzlich die mehr als 10.000 friedlich feiernden Fans in Essen und Mülheim an der Ruhr, musste aber einschreiten, weil einige Jugendliche im Überschwang am Willy-Brandt-Platz Autos anhielten und an den Pkw rüttelten. Insgesamt vier junge Männer wurden sogar festgenommen.

In Hamm wurde eine 26-Jährige durch einen Feuerwerkskörper beim Public Viewing am Handelshof verletzt. Während der zweiten Halbzeit warfen Unbekannte mit Pyrotechnik und trafen die Hammerin. Sie erlitt Verbrennungen und musste sich nach einer Erstversorgung vor Ort im Krankenhaus behandeln lassen.

Harmonischer war die Stimmung in Köln bei Nüssen und Salzstangen: Rund 180 Deutsche und US-Amerikaner waren einer Einladung des Düsseldorfer US-Generalkonsulats zu einem "Private Viewing" ins Deutsche Sport- und Olympiamuseum gefolgt.

Die meisten Fans waren Schwarz-Rot-Gelb dekoriert. Einige Amerikaner kamen stilecht im Hawaii-Hemd und mit US-Flagge auf der Wange. Auch wenn die Gäste mehrheitlich zur DFB-Elf hielten, schienen sie den USA sehr zugetan.

Blick nach Lüdenscheid: Autokorso und gute Laune

Das freundschaftliche Verhältnis beruhte auf Gegenseitigkeit: Beim 1:0 durch Müller gab es großen Jubel - auch bei einigen jungen Frauen aus Michigan.

Die Aufmerksamkeit einiger Besucher galt nicht durchgängig dem Geschehen auf dem Platz. So tauschten sich die Gäste auch über gemeinsame US-Erfahrungen aus: "Oh, ihr seid aus Michigan" und schon gab es ein Gespräch abseits von Fußballthemen. - dpa

Quelle: wa.de

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