Haft nach Brandanschlag auf Flüchtlingsheim in Münster

Münster - Angeblich aus Angst um ihre Familien zünden zwei Männer aus Münster eine noch leer stehende Flüchtlingsunterkunft an. Das Landgericht verurteilt beide zu Haftstrafen und nennt die Tat fremdenfeindlich.

Nach zwei Brandanschlägen auf eine noch leer stehende Flüchtlingsunterkunft in Münster hat das dortige Landgericht die beiden Angeklagten am Mittwoch zu Gefängnisstrafen verurteilt. Der 23-jährige Haupttäter, der für beide Brände im April und Juni verantwortlich ist, erhielt fünf Jahre Haft. Sein zwei Jahre älterer Freund, der nur bei der ersten Tat mitgemacht hatte, wurde zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt.

Die Angeklagten hatten Geständnisse abgelegt und versucht, die Anschläge mit den Vorfällen in der Kölner Silvesternacht zu erklären. "Als ich hörte, dass in die Unterkunft 50 alleinstehende Männer einziehen sollen, habe ich Angst um meine Familie bekommen", hatte der 23-Jährige erklärt. In seinem letzten Wort vor der Urteilsbegründung bat er um Verzeihung. Der 25 Jahre alte Mittäter wandte sich am Mittwoch ebenfalls noch einmal selbst an die Richter und sagte: "Ich bin auf keinen Fall rechtsradikal."

Der Vorsitzende Richter fand in der Urteilsbegründung dennoch harte Worte. Es sei "erschreckend, wie bei manchen Menschen die Hemmschwelle gegenüber der Integrität anderer abgesunken ist", sagte der Vorsitzende. Und: "Die Angeklagten haben sich ein Urteil über Menschen angemaßt, die sie gar nicht kennen. Das ist fremdenfeindlich." Nach dem zweiten Brandanschlag hatte die noch im Bau befindliche Flüchtlingsunterkunft abgerissen werden müssen. Den Sachschaden beziffert die Staatsanwaltschaft auf rund 650.000 Euro. - dpa

Quelle: wa.de

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