Friseurbranche im Wandel: Haarschnitte könnten teurer werden

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Symbolbild

DÜSSELDORF - Für einen neuen Haarschnitt müssen Kunden beim Friseur künftig unter Umständen tiefer in die Tasche greifen. Das schließt selbst der Chef der Gewerkschaft Verdi nach der Mindestlohn-Entscheidung nicht aus.

Der Mindestlohn für Friseure könnte sich laut Verdi-Chef Frank Bsirske im Geldbeutel der Kunden bemerkbar machen. "Das will ich nicht völlig ausschließen", sagte Bsirske im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Verdi hatte am Montag einen einheitlichen Mindestlohn für Friseure durchgesetzt: Von August 2015 an bekommen sie mindestens 8,50 Euro.

Eine Lohnuntergrenze für Dienstleister führe aber dazu, dass Millionen Menschen mehr verdienten, sagte Bsirske am Rande einer Dienstleistungstagung der Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf. Einzelne Preissteigerungen könnten so auch besser verkraftet werden.

Verdi-Chef Frank Bsirske.

Verdi bestreitet momentan einen Verhandlungsmarathon. Aktuell redet die Gewerkschaft unter anderem mit den Arbeitgebern bei der Post, der Lufthansa, im Versicherungsgewerbe und im Groß- und Außenhandel über neue Tarifverträge. Kritik, dass die Warnstreiks bei der Lufthansa übertrieben gewesen seien, wies Bsirske gegenüber dpa zurück. Es sei besser, den Arbeitgebern in Warnstreiks zu zeigen, wie die Stimmung im Betrieb sei, bevor der Vorstand auf eine Strategie setze, die am Ende womöglich zu einem mehrwöchigen Arbeitskampf führe.

Am Montag hatte das Bodenpersonal bei der Lufthansa die Arbeit niedergelegt. Rund 1700 Flüge fielen aus. Die Lufthansa bezeichnete den Warnstreik als überzogen und unverhältnismäßig. Auf die Kritik, mit der Aktion wolle Verdi hauptsächlich vor den eigenen Mitgliedern Stärke zeigen, entgegnete Bsirske: "Die eigene Klientel ist es ja, die streikt." Im Konflikt mit der Lufthansa habe Verdi die Zeichen richtig gesetzt.

Auch im Einzelhandel sieht der Verdi-Chef einen "Großkonflikt" mit den Arbeitgebern kommen. Von einer wiedererkennbaren Struktur bei Tarifverhandlungen möchte Bsirske aber nicht sprechen. "Die Vorstellung, dass alles ritualisiert und in hohem Maße schon vorab absehbar wäre, trügt", sagte er.

Bsirske leitet seit 2001 die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, kurz Verdi. Der 61-Jährige ist außerdem Arbeitnehmervertreter bei RWE und Lufthansa. -dpa

Quelle: wa.de

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