Youtube-Video

Illegaler „Friseursalon“: Rapper stellen Video ins Netz - „Alter, die ganze Republik redet über euch“

Nachdem die Polizei im Kreis Unna einen illegalen „Friseursalon“ entdeckt hat, haben Beteiligte des Vorfalls ein Video auf Youtube hochgeladen. Das könnte ihnen jedoch zum Verhängnis werden.

Schwerte - Bei einem Polizeieinsatz am Freitag, 22. Januar, staunten die Beamten nicht schlecht, als sie in Schwerte 20 Personen im Keller eines Geschäftshauses vorfanden, die den Corona-Regeln trotzten. Haare auf dem Boden ließen auf einen illegalen „Friseursalon“ schließen - zudem fanden die Polizisten Drogen, gegen mehrere Personen wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. (News zum Coronavirus)

SchwerteKreis Unna
Einwohnerca. 46.000
Fläche56,23 Quadratkilometer

Illegaler „Friseursalon“ in Schwerte: Video taucht im Netz auf - Musikgruppe profiliert sich

Eine Woche nach dem kuriosen Vorfall in Schwerte tauchte plötzlich ein Video im Netz auf. Dabei handelt es sich um ein Musikvideo - genauer gesagt ein Rap-Video. Stehen die Rapper im Zusammenhang mit der illegalen Zusammenkunft in Schwerte? Offensichtlich. Zwar kann die Polizei derzeit nicht bestätigen, dass die Video-Darsteller an besagtem Abend im Friseur-Keller anwesend waren, allerdings stellen die Rapper in dem Video selbst einen Zusammenhang her, indem sie sich mit dem Friseur-Vorfall profilieren.

Zu Beginn des Videos blendet die Musikgruppe verschiedene Screenshots ein. Zu sehen sind darauf Medienberichte, die sich auf das Friseur-Treffen beziehen. Auch die private Nachricht eines Messenger-Dienstes wird gezeigt: „Alter, die ganze Republik redet über euch“, heißt es.

Im Intro des Clips sind zahlreiche Polizeiwagen zu sehen. Im Verlauf des Videos tauchen auch Polizeibeamte während eines Einsatzes auf. Dabei handelt es sich offenbar um Szenen von dem Vorfall beim Friseur-Treffen, wegen dem die Polizei ermittelt. Offenbar werden zudem immer wieder diverse Betäubungsmittel gefilmt. Passend dazu: Die Rapper wiederholen etwa die Textpassage „Wir rauchen Ganja (Marihuana, Anm. d. Redaktion) von Freitag bis Freitag.“ Schauplatz des Rap-Videos ist womöglich ebenfalls der Ort, an dem die illegale Zusammenkunft stattgefunden hat und die Musikgruppe ihren Sitz hat.

Illegaler „Friseursalon“ im Kreis Unna: Polizei ermittelt auch wegen Video

Jetzt könnte der Upload des Videos den Rappern, die sich darin mit Zeilen wie „Fick auf Corona“ äußern, zum Verhängnis werden. Wie Christian Stein, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Unna, bestätigte, ist das Video seit gestern auch der Polizei Kreis Unna bekannt. „Jedes Anzeichen, das auf eine Straftat hindeutet, wird geprüft“, so Stein.

Hier fand der Polizeieinsatz statt. Die Musikgruppe, die das Video veröffentlicht hat, soll hier ihren Sitz haben.

„Uns ist bekannt, dass Streifenwagen während des Einsatzes gefilmt wurden“, erklärt Stein. Grundsätzlich sei das Rap-Video der Schwerter Musikgruppe*, über das auch *Ruhr24.de berichtet, aber noch Gegenstand weiterer Ermittlungen. Was mögliche Darstellungen von Polizeibeamten betrifft, gehe es etwa um das Recht am eigenen Bild. Doch auch die Abbildung von Betäubungsmitteln werde geprüft.

Ein Ermittlungsverfahren wurde bereits im Zuge des Vorfalls eingeleitet. Dabei muss jedoch unterschieden werden, wie Christian Stein erklärt: „Die Verstöße gegen die Corona-Schutzverordnung sind Ordnungswidrigkeiten, um die sich das Ordnungsamt der Stadt Schwerte kümmert.“ Die Kreispolizeibehörde ermittle dagegen wegen der entdeckten Drogen.

Illegale Treffen solcher Größe dürfte bei den meisten auf Unverständnis stoßen - insbesondere im Kreis Unna. Dort grassiert das Coronavirus derzeit besonders. Bei den Todesfällen herrscht aktuell eine deutliche Dynamik, am Montag wurden neun weitere Verstorbene gemeldet. - *ruhr24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Lukas Pohland

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