Bundesland will reagieren

Lücke im Gesetz: Friseur-Besuch in Bremen zu Hause (noch) möglich - auch in NRW?

Friseure sind geschlossen. In der Bremer Corona-Schutzverordnung gibt es jedoch eine Lücke, die den Friseur-Besuch zu Hause erlauben. Wie ist die Lage in NRW?

Hamm - Der Lockdown in Deutschland zur Bekämpfung des Coronavirus sorgt für viele Einschnitte im Leben. Einer davon betrifft die Haare: Zum Schutz vor Infektionen müssen Friseure in NRW wie auch in allen anderen Bundesländern geschlossen bleiben. Diese und viele andere Corona-Regeln wurden erst kürzlich bis zum 14. Februar verlängert. Salons sind weiterhin dicht - und auch der Besuch des Friseurs zu Hause ist verboten. Aber nicht überall. (News zum Coronavirus)

LandNordrhein-Westfalen
Bevölkerung17,93 Millionen (2019)
Gründung23. August 1946
HauptstadtDüsseldorf

Friseur-Besuch in Bremen zu Hause (noch) möglich - auch in NRW?

Denn die Corona-Schutzverordnung des Stadtstaates Bremen wies entsprechende Lücken auf. Die freie Hansestadt verwies in ihrer entsprechenden Rechtsverordnung an einer Stelle nur auf die Schließung aller Betriebe der nichtmedizinischen Körperpflege - also Friseure, Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoostudios und Nagelstudios“.

An einer anderen Stelle der Bremer Corona-Schutzverordnung hieß es jedoch, dass allgemein Handwerks- und Dienstleistungen zulässig seien, selbst wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. Voraussetzung seien geeignete Hygienemaßnahmen - also etwa das Tragen einer Maske.

Im kleinsten Bundesland Deutschlands hatte diese entsprechende Auskunft aus dem Ordnungsamt für Überraschung gesorgt: Friseur-Salons seien zwar geschlossen, Friseure dürften ihre Kunden aber zu Hause bedienen und ihnen dort die Haare schneiden. Die Bremer Handwerkskammer teilte mit, man sei seit Erlass der Verordnung am 16. Dezember „davon ausgegangen, dass sämtliche Dienstleistungen im Bereich der nichtmedizinischen Körperpflege untersagt sind“. 

Bremer Gesetz mit Schlupfloch für Friseur-Besuche zu Hause - in NRW ist es klarer geregelt

Wie ist es Nordrhein-Westfalen? In NRW ist klarer geregelt, ob der Friseur dem Kunden zu Hause die Haare schneiden darf. Dort heißt es in der Corona-Schutzverordnung: „Dienstleistungen und Handwerksleistungen, bei denen ein Mindestabstand von 1,5 Metern zum Kunden nicht eingehalten werden kann (insbesondere Friseurdienstleistung, Gesichtsbehandlung, Kosmetik, Nagelstudios, Maniküre, Massage, Tätowieren und Piercen), sind untersagt.“

Ein entsprechendes Schlupfloch wie in Bremen gibt es bei möglichen Friseur-Besuchen zu Hause in NRW demnach nicht. Ausnahmen gelten nur für Dienstleister im Gesundheitswesen. Auch Bremen will diese Lücke zum Hausbesuch von Friseuren möglichst schnell schließen. Derzeit seien mobile Friseurbesuche erlaubt, sagte ein Sprecher des Gesundheitsressorts. „Das soll jetzt geändert werden.“

Daher bleiben weiterhin nur zwei Optionen: Warten, bis der Lockdown beendet beziehungsweise die aktuell harten Corona-Regeln gelockert werden. Oder versuchen, sich die Haare selbst zu schneiden - was

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Frank Molter

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