Kein Schmerzensgeld für Frau nach Totgeburt

HAMM - Sind bei einer Totgeburt keine Behandlungsfehler nachzuweisen, ist das betreffende Krankenhaus der Mutter auch kein Schmerzensgeld schuldig. Das hat das Oberlandesgericht Hamm in einem am Freitag veröffentlichten Urteil festgestellt.

Im konkreten Fall verlangte eine 35-Jährige von einem Bochumer Krankenhaus 15.000 Euro, nachdem ihr Sohn tot zur Welt gekommen war. Die Frau war der Auffassung, ihr Kind hätte mit einem Notfallkaiserschnitt gerettet werden können. Dieser Eingriff erfolgte nicht.

Das OLG entschied nun, es seien keine Behandlungsfehler feststellbar (Aktenzeichen 26 U 191/12, Urteil des 26. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Hamm vom 9. Juli 2013). Ein Notfallkaiserschnitt setze die "hinreichende Wahrscheinlichkeit" voraus, dass das Kind noch lebe und ohne den Eingriff zu sterben drohe. Im zu verhandelnden Fall sei das Kind aber schon tot gewesen. Die Schwangere sei unmittelbar nach ihrem Eintreffen im Krankenhaus an ein sogenanntes CTG-Gerät angeschlossen worden, kindliche Herztöne habe man dabei bereits nicht mehr registriert.

Bei der Mutter habe anscheinend eine Plazenta-Insuffizienz vorgelegen, die beim Kind zu einer Sauerstoff-Unterversorgung geführt habe, erläuterte ein OLG-Sprecher. Das ergebe sich aus den im erstinstanzlichen Urteil dargestellten Untersuchungen eines Sachverständigen. - lnw

Quelle: wa.de

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