Frau steckt tagelang in Wanne fest und stirbt - Verlobter vor Gericht

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Symbolbild

Münster - Eine extrem übergewichtige Frau stirbt nach zehn Tagen in der Badewanne. Ihr Mann soll keine Hilfe geholt haben. Doch er fühlt sich unschuldig. Jetzt steht er vor Gericht.

Die Qualen einer in einer Badewanne gestorbenen Frau beschäftigen seit Freitag das Schwurgericht Münster. Ein 59-Jähriger aus Beckum soll zugelassen haben, dass seine extrem übergewichtige Verlobte in der Wanne starb.

Laut Anklage war die knapp 150 Kilogramm schwere Frau gestürzt und hatte sich nicht mehr aus der Badewanne befreien können. Sie soll im Juni 2017 nach rund zehn Tagen an den Folgen einer Lungenentzündung gestorben sein. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 59-Jährigen vor, seine Lebensgefährtin zwar mit Getränken versorgt, aber keine Hilfe geholt zu haben.

Verlobter: Frau wollte keine Hilfe

Der Angeklagte wies die Vorwürfe zum Prozessauftakt jedoch zurück. Er sagte den Richtern, dass sie sich nicht habe helfen lassen wollen. Sie habe nackt in der Badewanne gelegen und sich gewehrt, als er sie habe herausziehen wollen. Daraufhin habe er einfach ihr Handy geholt und gesagt: "Wenn Du Hilfe brauchst, hol' sie dir selbst."

Auch in den folgenden Tagen habe die 48-Jährige angeblich keine Hilfe gewollt. Er habe ihr allerdings Kaffee gekocht und die Zeitung gebracht. Nach Angaben des Angeklagten habe sie ihm versichert, dass es ihr gut gehe. Am 27. Juni 2017 hatte der 59-Jährige dann aber doch den Notruf gewählt.

Zehn Tage in der Badewanne

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Lebensgefährtin des Angeklagten zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Tage tot war. Nach Angaben eines Polizisten soll die Leiche im verschmutzten Badewasser gelegen haben.

Die Anklage lautet auf Aussetzung mit Todesfolge. Die Mindeststrafe beträgt drei Jahre Haft. Das Schwurgericht Münster hat für den Prozess zunächst noch vier Verhandlungstage bis zum 17. Januar 2018 vorgesehen. - dpa

Quelle: wa.de

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