Verlust für Wallfahrtsstadt

Franziskaner ziehen sich bis 2019 aus Werl zurück

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Ungewisse Zukunft: Die Wallfahrtsbasilika, die alte Wallfahrtskirche und das Kloster im Herzen von Werl.

WERL - Die Franziskaner verlassen die Wallfahrtsstadt Werl. Das teilte am Freitag die Leitung der deutschen Ordensprovinz mit. Wegen sinkender Mitgliederzahlen und dem hohen Altersdurchschnitt der Brüder müsse man sich von Niederlassungen trennen. Die Franziskaner streben allerdings einen Verbleib in Werl bis mindestens 2019 an.

„Schon jetzt sind wir kaum noch in der Lage, alle unsere Gemeinschaften und wichtige Aufgaben personell angemessen zu besetzen“, scheibt der Provinzialminister der Franziskaner, Pater Dr. Cornelius Bohl ofm in einer Pressemitteilung.

Das Provinzkapitel hatte bereits im Jahr 2013 die Provinzleitung aufgefordert, die Zahl der damals noch 39 Häuser konsequent zu reduzieren und bis zum Jahr 2016 bis zu sechs Standorte aufzugeben.

Vor diesem Hintergrund beschäftigte die Provinzleitung neben vielen anderen Häusern schon seit längerer Zeit auch die Zukunft des Franziskanerkonvents in Werl.

„In Beratungen verschiedener Ordensgremien wurde klar, dass wir Franziskaner den Dienst an der Wallfahrtsbasilika in Werl langfristig nicht mehr leisten können“, sagte der Provinzialminister der Franziskaner. „Der jetzigen Provinzleitung scheint jedoch ein Verbleib der Brüder in Werl mindestens bis zum Provinzkapitel im Jahr 2019 als möglich.“

Der Erzbischof von Paderborn ist über diese Überlegungen informiert. „Ich bedauere diese Entscheidung der Provinzleitung sehr, haben doch die Franziskaner in der Wallfahrtsseelsorge in Werl eine jahrzehntelange Tradition und vor allem dort als Seelsorger eine wertvolle und für zahllose Menschen geistlich gewinnbringende Arbeit geleistet“, sagte Erzbischof Hans-Josef Becker in einer ersten Reaktion.

„Mir selbst ist die Wallfahrt zur Gottesmutter nach Werl von Kindesbeinen an vertraut und wertvoll.“ Dass die Franziskaner-Patres und -Brüder voraussichtlich noch bis 2019 in Werl segensreich tätig sein werden, eröffne für das Erzbistum einen Zeitraum, in dem man für eine gute Folge-Lösung Sorge tragen könne, „damit die Wallfahrt zur ‚Trösterin der Betrübten’ in Werl auch weiterhin ein festes und lebendiges Element in unserem Erzbistum ist und bleibt“, so der Erzbischof.

Das weitere Vorgehen wird in Gesprächen zwischen der Erzdiözese Paderborn und der Deutschen Franziskanerprovinz abgestimmt werden. In diesem Zusammenhang muss die Deutsche Franziskanerprovinz auch die künftige Nutzung des großen Klostergebäudes in Werl und die Zukunft des Museum „Forums der Völker“ klären. - pdp

Quelle: wa.de

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