Fragen und Antworten:  Mieter aus geräumten Hochhaus sollen möglichst keine Kosten tragen

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Dortmund - Sollen sie warten, bis das geräumte Dortmunder Hochhaus wieder bewohnbar ist? Oder gleich eine neue Wohnung suchen? Nach der Evakuierung stellen sich den rund 800 Betroffenen viele Fragen.

Nach der Hochhausräumung in Dortmund stellt sich für die fast 800 Betroffenen die Frage: Wo jetzt unterkommen? Und wer bezahlt? Mieterverein und Stadtverwaltung wissen bei vielen Fragen Rat. 

Wer zahlt die Miete für die gesperrte Wohnung und für die Übergangswohnung? 

Der Mieterverein rät den Betroffenen, die Mietzahlungen zu stoppen und das dem Eigentümer mitzuteilen. Das Geld für Übergangswohnungen will zunächst die Stadt Dortmund übernehmen - zumindest für die Immobilien, die in städtischer Hand liegen. Das sind Dutzende freie Wohnungen und Übergangsheime. Die meisten Mieter des evakuierten Gebäudes sind Empfänger von Sozialleistungen. Wenn sie sich selbst eine neue Wohnung suchen, komme häufig ein Mietkostenzuschuss infrage. 

Was ist mit denen, die keine staatlichen Leistungen erhalten? 

Da liegt keine fertige Lösung vor. Ob Mieter die Kosten für eine neue Wohnung vollständig selbst tragen müssen, ist laut Stadt noch offen. Im Wohnkomplex Hannibal 2 lagen die Mieten mit etwa fünf Euro Kaltmiete pro Quadratmeter unter sonst üblichen Mieten von sechs bis acht Euro, so der Mieterverein. 

Bleibt die Stadt am Ende auf hohen Kosten sitzen? 

Sie will am Ende den Eigentümer, die Berliner Intown GmbH, als Verursacher zahlen lassen. Die Stadt Wuppertal will das auch machen. Sie hatte vor drei Monaten ein Hochhaus desselben Eigentümers aus Brandschutzgründen räumen lassen. Nach Angaben der Stadt hat Intown dann auf eigene Rechnung die nötigen Brandschutzmaßnahmen in Auftrag gegeben. Streit gibt es allerdings bis heute, wer für die einmonatige Bewachung des geräumten Hauses in Wuppertal zahlt. Die Stadt fordert die Kosten dafür von Intown zurück. 

Hat der Eigentümer noch andere Immobilien in Dortmund? 

Ja, aber normale Häuser, nicht so riesige Wohnkomplexe. Sie stehen laut Stadt unter Beobachtung, weil es mit der Qualität nicht zum Besten stehe. Derzeit gebe es aber keine Beanstandungen. 

Wie steht Intown zum Wohnkomplex Hannibal 2? 

Intown kritisiert das Vorgehen der Stadt als nicht rechtens und unangemessen. Man habe keinerlei Zeit für eine Reaktion in der Sache gehabt. Die Stadt betont dagegen, sie habe sofort handeln müssen. Sie sagt, Intown kümmere sich nur um die Rechtsposition, nicht um die Mieter.

Ist auch Hannibal I betroffen? 

Nein, das Schwesterhochhaus in der Dortmunder Nordstadt gehört einem anderen Eigentümer. Dort hat die Stadt den Brandschutz nicht beanstandet.

Quelle: wa.de

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