NRW fördert junge Forscher: Leberkrankheit entdeckt

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Dr. Verena Keitel

DÜSSELDORF - Nachwuchswissenschaftler aus Nordrhein-Westfalen tragen schon in jungen Jahren zu weltweit einmaligen Forschungsleistungen bei. NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) stellte am Donnerstag in Düsseldorf herausragende Beispiele vor.

Zu den profiliertesten Nachwuchswissenschaftlern zählt die bereits mehrfach ausgezeichnete Medizinerin Verena Keitel. Die 36-Jährige hatte im Hepatitisforscherteam der Universitätsklinik Düsseldorf eine seltene Lebererkrankung entdeckt, die unerkannt zum Tod führt. Die Grundlagenforschung werde überwiegend aus öffentlichen Mitteln gefördert, sagte Schulze.

Das erste Kind mit der seltenen Leber-Erbkrankheit, mit dessen Schicksal Keitel konfrontiert war, konnte trotz dreier Transplantationen nicht mehr gerettet werden. Es wuchs nicht mehr, hatte schlechte Blutwerte, litt an Juckreiz, die Haut färbte sich gelb. "Es war vollkommen unklar, was da passiert", beschreibt die Medizinerin die damals noch ausweglose Situation.

Dann fand sie heraus, dass das Kind Antikörper gegen ein Protein gebildet hatte, das seiner angeborenen Leber fehlte. Deswegen bekamen auch alle Spenderlebern des Kindes eine Zirrhose. Diese Erkenntnis war der Schlüssel für eine angemessene Behandlung durch Blutwäsche oder mit Medikamenten, die diese Abwehrreaktion mindern.

Dank ihrer Pionierleistung ist die Düsseldorfer Uniklinik inzwischen eine Kapazität für dieses Krankheitsbild. "Aus der ganzen Welt werden uns Leberproben und Blut zugeschickt, damit wird die Diagnostik machen", berichtete Keitel. Derzeit seien weltweit acht Kinder bekannt, die an dieser Krankheit leiden. Allen Kindern konnte mit der Therapie geholfen werden.

Mit einem ganz anderen Bereich beschäftigt sich der Mediziner Dan Ehninger am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen in Bonn. Der 35-Jährige erforscht die Frage aller Fragen: Was verlängert das Leben und wie kann man gesund altern?

Bisherige Ergebnisse weisen eine Richtung, die dem Durchschnittsbürger nicht schmecken wird: Das Drosseln der täglichen Kalorienzufuhr kann das Leben nicht immer verschönern, aber möglicherweise verlängern. Zumindest klappt das bei Mäusen, Fruchtfliegen und Rundwürmern. Letztere leben bei Schmalkost bis zu zehnmal länger - allerdings schaffen sie auch im Regelfall nur etwa drei Wochen. Bei Säugern werde nur eine Lebensverlängerung um 20 bis 30 Prozent erreicht, sagte Ehninger.

Inwieweit solche Ergebnisse auf komplexere Organismen übertragbar seien und welches Verhalten welchen Erkrankungen vorbeugen könne, sei aber nach wie vor im Forschungsstadium. Generell gelte die Regel: Was Herz und Kreislauf nützt - etwa fettarme Ernährung und Bewegung - nützt auch anderen Organen. - dpa

Quelle: wa.de

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