Flugunfall wurde simuliert

Video und Fotos: Feuerwehr-Großeinsatz am Flughafen Paderborn/Lippstadt

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160 Personen waren an der Übung beteiligt. 

Büren - Großeinsatz für die Feuerwehr am Flughafen Paderborn. Feuer, Schwerverletzte und unvorhersehbare Herausforderungen mussten gemeistert werden. Doch die Einsatzkräfte durften kurz nach ihrer Alarmierung - zumindest innerlich - aufatmen. 

Samstagmorgen, 9.48 Uhr: Der Small Planet-Airbus aus Mallorca hat gerade seine Parkposition am Gate des Flughafens Paderborn/Lippstadt erreicht. Die Triebwerke sind heruntergefahren, der Lärm auf dem Vorfeld verwandelt sich in Stille, die wenig später von Roland Kempkensteffens Stimme durchbrochen wird. 

Roland Kempkensteffen, Chef der Flughafenfeuerwehr, erläutert, welche Aufgaben gleich auf seine Leute warten. Für die anderen Feuerwehrmänner und -frauen der Flughafenfeuerwehr und der Feuerwehr Büren ist es zu diesem Zeitpunkt noch ein normaler Samstag.

Mit dieser Meldung wurden die Einsatzkräfte überrascht

Etwa eine halbe Stunde später schlägt Kempkensteffens Funkmelder Alarm. Er piept in einem Ton, der jeden noch so leidenschaftlichen Tiefschläfer aus seinen schönsten Träumen reißen könnte. Würde es sich um einen Ernstfall handeln - sein Puls würde in die Höhe schießen: "Flugunfall". 

Großeinsatz am Flughafen Paderborn/Lippstadt: Feuerwehr übt den Ernstfall mit Feuer und Verletzten

Doch nicht nur Kempkensteffens Melder schlägt Alarm. Auch die Mitglieder der Flughafenfeuerwehr und der Feuerwehr Büren erhalten in diesem Moment Kenntnis über das vermeintliche Unglück - ihre Melder piepen, die Sirenen im Stadtgebiet heulen.

So schnell muss die Flughafenfeuerwehr sein

Eine Minute später schallen die Martinshörner der Flugfeld-Löschfahrzeuge über das Areal. "Als Flughafenfeuerwehr haben wir maximal 180 Sekunden, um zu jedem Punkt der Start und Landebahn auszurücken", erklärt Roland Kempkensteffen.

Das Szenario

Erstmals erblicken die Einsatzkräfte was sie erwartet: Ein einmotoriges Propeller-Flugzeug ist mit einem Flughafen-Bus kollidiert. Es gibt mehrere Schwerverletzte. Flammen und dichter schwarzer Rauch signalisieren: Jetzt muss es schnell gehen! Gerade sind die Spezialfahrzeuge in Position gebracht, schießen Wasserstrahlen aus ihren Hochdruckrohren auf das havarierte Flugzeug. Die Flammen werden bekämpft.

Der Einsatzleiter erkundet die Lage. Er wirkt gelassen, man merkt ihm an, dass er das Übungs-Szenario erkannt hat. "Im Ernstfall würde er wohl schneller laufen", kommentiert sein Chef Roland Kempkensteffen.

Überraschung für die Retter

Die Flammen sind im Griff und stellen für die Einsatzkräfte keine große Gefahr mehr da, nun müssen die Verletzten - allesamt professionelle Unfall-Darsteller - aus dem Bus gerettet und versorgt werden. Und plötzlich: Schreie. Schreie aus einer ganz anderen Richtung. Sie kommen vom stillgelegten ehemaligen Tower des Flughafens. Eine Frau schreit nach Hilfe.

Ohne sich aus der Ruhe bringen zu lassen, setzen die Einsatzkräfte ihre Arbeit am Unfallort fort. Die Verletzten müssen dringend aus dem Gefahrenbereich gerettet werden. 

Ein verunfallter Hochzeitstag

Plötzlich gibt ein Einsatzfahrzeug Gas: Die Schreie der Frau auf dem Tower sind nicht unerhört geblieben. Sie wird über die Drehleiter gerettet. Später stellt sich heraus: Aus dem wohl schönsten Tag ihres Lebens wurde einer der Schlimmsten. Eigentlich war sie zum Flughafen gekommen, um auf dem stillgelegten Tower getraut zu werden. Im Unfall-Bus waren die Hochzeitsgäste auf dem Weg zu ihr. So endete ihr Hochzeitstag - der übrigens genauso fiktiv war, wie die gesamte Übung - in einem riesigen Blaulicht-Meer.

Das Fazit

Der "Unfall" hatte für eine Alarmierung von Flughafenfeuerwehr, Feuerwehr Büren, DLRG und Rettungsdienst gesorgt. Roland Kempkensteffen hatte sich das Szenario mit Kollegen ausgedacht und war nach der Übung zufrieden: "Unsere Ziele wurden erreicht. Jetzt werden wir alles auswerten und besprechen, welche Punkte wir verbessern müssen." Dazu zählen seiner Auffassung nach unter anderem die Aufstellung der Einsatzfahrzeuge und "die Zuführung externer Einsatzkräfte". 

Gemäß der verpflichtenden Standards der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO führen alle Verkehrsflughäfen in regelmäßigen Abständen solche Übungen durch.  

Quelle: wa.de

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