Flüchtlingsrat fordert verbesserte  Kontrollen

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Der Flüchtlingsrat fordert verbesserte Qualitätsstandards.

Burbach/Siegen - Der Flüchtlingsrat drängt auf eine verbesserte Kontrolle und Auswahl des Personals in den Unterkünften. Die Qualitätsstandards sollen erhöht werden.

Der Flüchtlingsrat reagiert darauf, dass die Staatsanwaltschaft Siegen nach den Übergriffen auf Flüchtlinge in Burbach inzwischen gegen 50 Beschuldigte ermittelt, darunter auch Behördenmitarbeiter.

Mehr Informationen finden Sie hier:

- Gewalt gegen Flüchtlinge: Skandal weitet sich aus

- Gewalt im Flüchtlingsheim: Wachmann klagt

Private Sicherheitsdienste in Asylunterkünften tabu

Die Geschäftsführerin des Flüchtlingsrats, Birgit Naujoks, sagte am Montag, das deute auf eine erhebliche Erweiterung des Skandals hin. Naujoks forderte, die neu beschlossenen mobilen Kontrollteams dürften - im Interesse einer neutralen und wirksamen Überwachung - nicht weiter von der Arnsberger Bezirksregierung gesteuert werden.

Dass nun zwei Mitarbeiter der Bezirksregierung wegen der Ermittlungen gegen sie in einen anderen Bereich versetzt wurden, sei ein erster Schritt. "Sollte eine Schuld nachgewiesen werden, wären sie nicht mehr haltbar, dann reicht eine Versetzung nicht", sagte Naujoks.

Ermittlungen auch gegen Heimleitung und Sozialbetreuer legen laut Flüchtlingsrat offen, dass das Personal für einen sensiblen Umgang mit den Schutzsuchenden oft nicht geeignet sei. Die Auswahl des Personals müsse verbessert, die Qualitätsstandards erhöht werden.

Ermittlungen seit Ende Semptember

Ende September 2014 waren die Ermittlungen ins Rollen gekommen, als ein 27 Sekunden lange Video auftauchte. Es zeigt, wie ein Wachmann einen Asylbewerber zwang, sich auf eine Matratze mit Erbrochenem zu legen.

Außerdem entdeckten Ermittler der "Soko Heim" Handy-Fotos, auf denen Wachleute mit ihren Opfern posierten. In der Notunterkunft gab es ein "Problemzimmer", in das offenbar häufiger Flüchtlinge eingesperrt wurden. Hier fanden auch die dokumentierten Übergriffe statt.

Von dem vergitterten Raum in der ehemaligen Kaserne wussten nicht nur die Wachleute, sondern offenbar auch Betreuer und Vorgesetzte der Heimbetreiber-Firma EHC. Nach den bisherigen Ermittlungsergebnissen sollen auch Polizisten vom Problemzimmer gewusst haben.

Mitarbeiter der Bezirksregierung im Fokus

"Wir ermitteln gegen namentlich noch nicht bekannte Beamte", bestätigte der Sprecher der Siegener Staatsanwaltschaft. Außerdem gerieten nun auch zwei Mitarbeiter der Bezirksregierung Arnsberg in den Fokus der Soko Heim. "Sie sollen zumindest eine Ahnung davon gehabt haben, dass es dieses Problemzimmer gab", sagte der Staatsanwalt.

Deshalb werde gegen sie wegen des Anfangsverdachts der Freiheitsberaubung und Nötigung durch Unterlassen ermittelt. Ein Sprecher der Bezirksregierung in Arnsberg sagte, die betreffenden Mitarbeiter seien nun in einem anderen Bereich tätig. - dpa

Quelle: wa.de

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