Traurige Gewissheit

Massenentlassung bei Kettler: Mehr als 200 Mitarbeiter müssen gehen

+

[Update 13.42 Uhr] Werl/Ense - Massenentlassung bei der Firma Kettler: Das Unternehmen bestätigte im Mittag die Kündigung von 216 Mitarbeitern. Sie werden nur noch bis zum 28. Februar beschäftigt sein; die Betroffenen erfuhren von diesem Schritt in persönlichen Gesprächen am Freitag.

Das Unternehmen veröffentlichte dazu am Freitagmittag eine Pressemitteilung, nachdem der Anzeiger zuvor online über die Kündigungen berichtet hatte. 

Nach dem Ausscheiden soll den Mitarbeitern die Übernahme in eine Transfergesellschaft ermöglicht werden. In den vergangenen Tagen hatten die IG Metall als Arbeitnehmervertretung und die Geschäftsführung sowie der Sachwalter und der Generalbevollmächtigte auf der Arbeitgeberseite über das Procedere verhandelt. 

Der Personalabbau sei nach einer sozialen Auswahl vorgenommen worden. Betroffen sind Mitarbeiter aller Werke und auch der Verwaltung in Parsit. Am Freitag wurden dann mit den Betroffenen die Gespräche geführt. 

Datum für Kündigungen entscheidend

Für die Kündigung jetzt war wohl das Datum entscheidend, um Fristen wahren zu können. Das Unternehmen betont aber auch die Kehrseite des Schritts: Man könne durch den Einstieg eines Investors 500 Arbeitsplätze erhalten. 

Alles zur Krise bei Kettler lesen Sie hier

Und auch der Verbleib an den Standorten in Werl und Ense ist Voraussetzung des Konzepts. Dass für den Fortbestand des Unternehmens Menschen entlassen werden müssen, galt als wahrscheinlich. Das „sehen die Konzepte möglicher Investoren zwingend vor“. 

Ohne Investor keine Zukunft

Daher habe man nun nur „wie vorangekündigt“ umgesetzt, was ohnehin unvermeidbar gewesen sei. Klar ist: Ohne Investoreneinstieg würde die Kettler GmbH keine Zukunft haben. Vor drei Wochen hatte Kettler an einem dramatischen Freitag kurz vor dem Aus mit dem Einsatz von Stiftungsgeldern überhaupt den Fortbestand sichern können. Derzeit laufen Verhandlungen mit einem Investor aus Berlin.

216 Mitarbeitern nützt das nun aber nichts mehr. Das Insolvenzverfahren läuft unterdessen weiter. Durch die Einigung mit der Heinz Kettler Stiftung auf eine Zwischenfinanzierung habe der Verkaufsprozess und die Investorensuche „einen neuen Schub erhalten“, teilt die Kettler GmbH mit. 

Mittlerweile gebe es „eine große Annäherung zwischen den Vertretern des Unternehmens und der Heinz Kettler Stiftung“. Eine Prognose für den Ausgang der Gespräche könne zurzeit aber noch nicht abgegeben werden. Eine offizielle Bekanntgabe hierzu werde erst in den kommenden Wochen erwartet.

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare