Finale am Busbahnhof: Rennen um das DFB-Fußballmuseum in Dortmund

Einer der beiden Entwürfe für das DFB-Fußballmuseum in Dortmund

DORTMUND ▪ Fußball paradox: Das Finale ist noch nicht entschieden, aber ein Sieger feiert schon. Denn zwar ist nach dem Jury-Entscheid vom Mittwoch immer noch unklar, wie das neue DFB-Fußballmuseum in Dortmund aussehen soll – zwei Entwürfe sind noch im Rennen – Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau aber jubelt jetzt schon: „Dortmund bekommt so oder so ein attraktives Stadttor.“ Beide Entwürfe seien toll, jetzt gelte es, das „Sahnestück“ herauszusuchen. Eine Entscheidung soll Ende August fallen.

Mehr als 100 Architektenbüros hatten sich für die Umgestaltung von Dortmunds jetzigem Busbahnhof – ein wenig attraktives Gelände zwischen Hauptbahnhof und Fußgängerzone – zum rund 6000 Quadratmeter großen Fußballkultur-Tempel beworben. 24 wurden für die engere Wahl ausgelost, im Mai hatte die Jury drei Finalisten bestimmt. Einer davon schied gestern aus. Der spektakuläre und farbenfrohe Entwurf eines Dortmunder Architektenbüros mit kleinen Fußballplätzen auf dem Dach ist offensichtlich zu teuer.

Im Rennen bleiben so ein Entwurf aus München und einer aus Düsseldorf. Die Münchner Architekten planen einen rund 20 Meter hohen skulpturähnlichen Bau. Die Düsseldorfer wollen ein länglicheres, eher klassisch-kastenförmiges Museum bauen mit dem Clou einer medial beispielbaren Fassade. In den nächsten Tagen laufen die Verhandlungen mit beiden Finalisten, wichtigster Entscheidungsfaktor dürfte der Kostenrahmen sein.

Denn der, betonen sowohl OB Sierau als auch Manuel Neukirchner von der Stiftung DFB-Fußballmuseum, soll unbedingt eingehalten werden. Insgesamt soll das Haus der deutschen Fußballhistorie rund 36 Millionen Euro kosten, für Bau und Technik sind davon 14 Millionen Euro eingeplant. Das Land will davon 18, 5 Millionen Euro zahlen, der DFB steuert knapp 8 Millionen Euro bei, 10 Millionen Euro sollen Sponsoren aufbringen. Rund 200 000 Besucher im Jahr werden erwartet. Nach jetzigem Stand soll im zweiten Quartal 2012 Baubeginn sein, die Eröffnung ist für 2014 geplant.

Dass sowohl Termin als auch Kostenrahmen eingehalten werden können, davon zeigte sich OB Sierau überzeugt: „Das sind überzeugende Konzepte, das ist überzeugende Architektur, die in beiden Fällen städtbauliche Akzente setzt.“ Das neue Museum müsse ein Magnet für Fußballfans werden. „Und das“, so Sierau, „bekommen wir auch hin.“

Holger Drechsel

Quelle: wa.de

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