Feuer in Düngemittelbetrieb

Schadstoffwolke nach ersten Messungen ungefährlich

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[UPDATE 18.00 Uhr] KREFELD - In Krefeld ist am Dienstagmorgen die Lagerhalle eines Düngemittelbetriebs in Flammen aufgegangen. Es hänge eine Schadstoffwolke in der Luft, die Richtung Duisburger Süden ziehe, sagte ein Feuerwehrsprecher.

Laut einer ersten Schadstoffmessung ist die Wolke ungefährlich. Erste Analysen des Landesumweltamtes (Lanuv) ergaben, dass keine Gefahr für Menschen in der Umgebung der Fabrik besteht. Im Duisburger Vorort Mündelheim, der derzeit am stärksten von der Rauchwolke betroffenen ist, hätten die Stickoxid-Werte unter der Nachweisgrenze gelegen, sagte ein Lanuv-Sprecher. Auch die Ammoniak-Konzentration sei ungefährlich für Menschen.

Speziell im südlichen Stadtgebiet Duisburg-Mündelheim wurden Bewohner über Sirenenalarm und das Radio informiert. In mehreren Städten wurden die Menschen aufgerufen, Fenster und Türen zu schließen. Kindergärten und Schulen sollten Kinder nicht ins Freie lassen.

Rhein-Schifffahrt zeitweise gestoppt

Die Rauchentwicklung war zeitweise so stark, dass die Schifffahrt auf dem Rhein zwischen Duisburg und Düsseldorf gestoppt werden musste. Auch eine Brücke wurde gesperrt. Am Düsseldorfer Flughafen mussten startende Jets auf eine Ausweichroute umgeleitet werden. Die Brandursache war zunächst noch unklar. Die Werksleitung geht nicht von Brandstiftung aus.

In der Fabrik war gegen 7.10 Uhr ein Lager mit insgesamt 33.000 Tonnen Rohstoffen und Fertigprodukten in Brand geraten. Knapp drei Stunden später seien die Flammen unter Kontrolle gewesen. Die etwa 50 mal 120 Meter große Halle wurde komplett zerstört. Verletzt wurde in der Fabrik offenbar niemand. Medienberichte, nach denen zwei Mitarbeiter der Fabrik mit Rauchvergiftungen im Krankenhaus behandelt wurden, bestätigte ein Sprecher der Firma nicht: "Davon ist Geschäftsleitung und Betriebsrat nichts bekannt."

Rund 300 Feuerwehrleute aus der gesamten Region waren im Einsatz. Gebrannt haben in Krefeld nach Angaben der Feuerwehr vor allem die Holzträger und Balken der alten Lagerhalle. Fabriken und Produktionsstätten in der Nähe wurden vorsorglich evakuiert. Fabriken und Produktionsstätten in der Nähe der brennenden Lagerhalle wurden vorsorglich evakuiert.

"Das ist ziemlich apokalyptisch hier"

Eine Augenzeugin aus dem Duisburger Süden berichtete, dass der Stadtteil Mündelheim von beißendem Rauch eingehüllt ist. "Man kann kaum atmen, es stinkt nach Rauch, die Sicht ist schlecht. Die Häuser versinken in einer blauen Rauchwolke", sagte sie. "Das ist ziemlich apokalyptisch hier." Autofahrer mussten die Fenster schließen. Durchdringendes Sirenengeheul warnte vor möglichen Gefahren durch die Rauchgase. Aufgeschreckt durch die kilometerweit sichtbare Wolke trugen japanische Schüler im Düsseldorfer Norden auf dem Weg zur Schule bereits weiße Atemschutzmasken.

Bei den in der ausgebrannten Halle gelagerten Stoffen komme es bei Hitzeeinfluss zu einer sogenannten Schmelzersetzung der Dünger, bei der Nitrose-Gase freigesetzt werden, teilte der Betreiber des Krefelder Werks, die Firma Compo, mit. Bei hoher Konzentration seien diese Gase giftig. Ein Firmensprecher verwies auf die Messergebnisse der Feuerwehren in Duisburg und Krefeld: "Die zulässigen Grenzwerte wurden nicht überschritten."

Die Stadt Duisburg hob am Nachmittag nach weiteren unbedenklichen Messungen durch das Landesumweltamt die Warnungen vom Vormittag an die Bevölkerung auf. Gleichzeitig kündigte die Stadt für den an Krefeld angrenzenden Stadtteil Mündelheim weitere Messungen der Luft durch die Feuerwehr an. - dpa

Quelle: wa.de

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