Ferienstart: Rund 30 Autobahnbaustellen in NRW

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30 Baustellen gibt es derzeit auf Autobahnen in NRW.

GELSENKIRCHEN - Rund 30 Autobahnbaustellen strapazieren zur Zeit die Nerven der Autofahrer in NRW. Bernd Löchter, Sprecher bei Straßen.NRW, appelliert an das Verständnis der Autofahrer.

Im Interview spricht er über Baustellenkoordination, die in Zeiten von immer mehr Verkehr zur echten Herausforderung geworden ist.

Wer über nordrhein-westfälische Autobahnen fährt, hat das Gefühl, dass sich Baustelle an Baustelle reiht. Warum gibt es jetzt im Herbst soviel zu tun?

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Bernd Löchter: Es sind Arbeiten, die wir schlichtweg fertigkriegen müssen. Das sind vielfach Sanierungsarbeiten, bei denen wir im Winter nicht arbeiten könnten. Dazu kommen die kleineren Arbeiten, die das ganze Jahr über anfallen - auch jetzt. Flickarbeiten am Asphalt oder an den Brücken, Markierungen nachziehen, zum Beispiel. Außerdem fällt jetzt und im Frühjahr die Gehölzpflege an. Wenn alles blüht und grünt können wir nicht schneiden, müssen es aber tun, bevor Schnee fällt. Auch wenn es meist nur wenige Stunden sind, diese sogenannten Tagesbaustellen sorgen häufig für Stau - weil wir sie dennoch nicht vernachlässigen können, müssen wir genau planen, wann wir wo am Besten arbeiten.

Wer hat denn da den Überblick?

Löchter: Alle Autobahnmeistereien geben ihre Planungen in eine Software ein. Baustellenkoordinatoren in den Niederlassungen haben das große Ganze im Blick und sorgen dafür, dass etwa parallel verlaufende Autobahnen nicht gleichzeitig verstopft sind oder dass auf wenigen Kilometern Autobahn eine Baustelle auf die nächste folgt.

Wie versuchen Sie, den Verkehr trotz der Arbeiten weiter rollen zu lassen?

Löchter: Ein Drittel der kurzzeitigen Arbeiten verlegen wir in die Nacht oder ins Wochenende. Für jede hochbelastete Autobahn gibt es einen Sperrzeitenkatalog. Die Baustellenkoordinatoren wissen also ganz genau, dass zum Beispiel auf der A40 nur dann vor neun und nach fünfzehn Uhr eine zusätzliche Baustelle eingerichtet wird, wenn die Verkehrssicherheit gefährdet ist. Und in den Ferien, wenn die Leute in den Urlaub fahren wollen, sorgen wir natürlich auch dafür, dass diese Tagesbaustellen weg sind.

Und warum lässt sich Stau dann trotzdem nicht vermeiden?

Löchter: Vor vierzig, fünfzig Jahren gebaut, sind unsere Autobahnen nach und nach alle sanierungsbedürftig. Manche schon zum zweiten Mal. Schließlich steigt die Verkehrsbelastung seit Jahren. Alle Prognosen sagen: Es wird nicht weniger, sondern mehr. NRW ist die Hauptdrehscheibe, egal ob sie von Warschau nach Madrid oder ob sie von Hamburg nach Basel fahren. Es ist uns natürlich auch ein Ansporn, Arbeiten, die gemacht werden müssen, so zu koordinieren, dass es irgendwie im erträglichen Maß bleibt. Wir können auf die Akzeptanz der Autofahrer nur hoffen, wenn wir wirklich glaubhaft machen können, dass wir unser Bestes geben. Der Verkehr soll möglichst rollen - trotz Baustelle. Die Koordination und Planung, dass das auch gelingt, ist zunehmend eine echte Kunst geworden. - dpa 

Quelle: wa.de

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