Vom Feld auf den Tisch

NRW-Spargelbauern verkaufen in Eigenregie

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Barbara Tapp verkauft frischen Spargel in Dormagen im Hofladen.

Dormagen - Die Feiertage locken, die Saison für Spargel und Erdbeeren kommt auf Touren. Den Spargel verkaufen die Bauern überwiegend selbst. Da helfen eigene Verkaufsstände und Hofläden, die in der Saison jeden Tag öffnen.

Dicke, dünne, kurze und lange Spargelstangen türmen sich in blauen Kisten. Im Minutentakt betreten die Kunden den kleinen Bauernladen bei Dormagen und gehen zur Auslage, wo in vielen Kistchen die Stangen liegen. Dort erläutert Aushilfe Barbara Tapp, die Schürze um den Hals, die verschiedenen Qualitäten, wiegt ab und kassiert. In der Spargelsaison kommen die Kunden auf den im Grünen gelegenen Hof - mit dem Fahrrad, dem Auto oder zu Fuß. Sie wollen das erste Gemüse des Frühjahrs, den Spargel, beim Erzeuger kaufen.

Rund 400 Spargelbetriebe in NRW

"Mai ist Hauptsaison", sagt die Chefin Petra Berchem. Ihr Hofladen hat nur in der Spargelzeit offen. Wie die meisten der rund 400 Spargelbetriebe in Nordrhein-Westfalen ist der Grenzhof in Dormagen ein Direktvermarkter. Manche verkaufen ihre Ernte komplett in Eigenregie.

Der Markt in Deutschland wächst

Etwa 70 Prozent ihres Spargels, schätzen die Fachleute der Landwirtschaftskammer, vermarkten die Bauern in NRW selbst. Das ist ein Wert, den kein anderes landwirtschaftliches Produkt erreicht. Selbstvermarkten, das heißt: weniger abhängig sein von großen Abnehmern und Preisdiktaten. Damit haben die Anbauer Boden gewonnen und den Importspargel zurückgedrängt. Und der Markt in Deutschland wächst.

"Von Verbrauchern umzingelt"

Ein Vorteil für die Spargelbauern sind die nahen Ballungsräume. "In Nordrhein-Westfalen ist der Bauer von Verbrauchern umzingelt." So beschreibt es Bernhard Rüb, der Sprecher der Landwirtschaftskammer. Die Verbraucher fahren zum Spargelhof, oder der Spargelhof kommt mit einem Stand in die Stadt. Der Umstand, dass das edle Frühjahrsgemüse möglichst rasch nach der Ernte auf den Teller sollte, ist außerdem ein Plus für die Direktvermarkter.

Täglich mehrere hundert Kunden

Petra Berchem, die Chefin auf dem Grenzhof in den Rheinwiesen bei Dormagen, verkauft an Wochenenden täglich an mehrere hundert Kunden. Viele kommen aus der Nähe, andere nehmen den Weg aus Köln, Düsseldorf oder Wuppertal. Manche setzen mit der Fähre über den Rhein und fahren dann auf den Hof. Die Schlange der Käufer reicht manchmal aus dem Laden heraus. Die Stangen werden nur mehrere hundert Meter entfernt gestochen.

Die Spargelstraße-NRW

Verschiedene Typen hat die 43-jährige Landfrau unter ihre Kunden ausgemacht: Die einen wollen rasch den Einkaufszettel abhaken und kaufen fürs Mittagessen ein. Andere genießen den Trip zum Bauern und kaufen etwas mehr: "Sie holen auch Schinken, Wein und Sößchen, oder Marmelade", erzählt die 43-Jährige. Auch diese Produkte stammen nach Bauernladen-Prinzip möglichst aus der Nachbarschaft.

Fahrt zum Erzeuger als Event

Die Fahrt zum Erzeuger sei auch Event, meint Petra Berchem. "Speziell für die Wochenend-Leute." Zu den Feiertagen im Mai kommen oft Spargel und die ersten Erdbeeren auf den Tisch. Eine Ausnahmegenehmigung macht es möglich, dass die Erzeuger die ganze Woche durch verkaufen dürfen. Für die Kundschaft vereinfacht das den Einkauf an Sonn- und Feiertagen.

Der Sonntag werde tendenziell immer wichtiger, bestätigt Spargelberater Ralf Große Dankbar. "Ich denke, es liegt am Erlebnis: Sonntags los und einkaufen." - lnw

Quelle: wa.de

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