FBI-Agent als Zeugen im Düsseldorfer Al-Kaida-Prozess

DÜSSELDORF - Im Düsseldorfer Al-Kaida-Prozess hat am Mittwoch ein FBI-Agent über Dokumente aus dem Haus Osama bin Ladens ausgesagt. Es geht um die Echtheit eines Briefes, der bei der Tötung des Terroristenführers sichergestellt worden sein soll.

Der Brief enthält Hinweise auf den Hauptangeklagten im Prozess vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht. Der FBI-Agent hatte das Schreiben gut ein Jahr nach der Tötung bin Ladens als Datei auf einem USB-Stick erhalten. Vor Gericht sagte der 44-jährige Computerforensiker am Mittwoch in Düsseldorf aus, es habe sich um den Original-Datenträger mit 71 Dateien gehandelt.

Bei der Aktion im pakistanischen Abbottabad seien insgesamt rund hundert Datenträger im Haus des Al-Kaida-Anführers sichergestellt worden. Sechs davon habe er untersucht. Darauf seien vier Kopien des Briefes gespeichert gewesen.

Alle vier Dateien des Briefs hätten als letztes Änderungsdatum den 31. März 2010 getragen. Dieses Datum sei allerdings leicht manipulierbar. "Wir hatten auch schon mal Dokumente, die aus dem Jahr 2045 stammen sollten", sagte er. Bin Laden war am 2. Mai 2011 von einer US-Spezialeinheit erschossen worden.

Der FBI-Ermittler trat der Vermutung entgegen, die Dokumente könnten im Nachhinein von US-Geheimdiensten manipuliert oder völlig gefälscht worden sein: Die Datenträger seien bereits einen Tag nach der Tötung bin Ladens in einem FBI-Labor in Washington zur Auswertung eingetroffen. Entweder noch in Afghanistan, oder spätestens im FBI-Labor sei die Datei mit einem digitalen Siegel versehen worden. Dieses Siegel würde die kleinste Änderung des Originaldokuments oder der Kopien verraten.

In dem Prozess sollen noch zwei weitere FBI-Agenten als Zeugen vernommen werden. Auf dem Speicher-Stick war ein mehr als 30-seitiger Brief des Al-Kaida-Scheichs Younis al-Mauretani an bin Laden gespeichert, verfasst in arabischer Sprache.

Die Verteidiger im Düsseldorfer Verfahren hatten die Echtheit des Dokuments angezweifelt. Das Oberlandesgericht hatte deshalb die US-Ermittler über das US-Justizministerium geladen. Die Vernehmung der Ermittler der amerikanischen Bundespolizei wird möglicherweise an diesem Donnerstag fortgesetzt.

Osama bin Laden galt als meistgesuchter Terrorist der Welt, bis er von US-Elite-Soldaten erschossen wurde. Scheich Younis al-Mauretani galt bis zu seiner Festnahme durch pakistanische Sicherheitsbehörden als Nr. 3 des Terrornetzwerks und einstiger Vertrauter Osama bin Ladens.

In dem Schreiben wird unter Verwendung des konkreten Geburtsdatums nach christlicher Zeitrechnung, dem "15.06.1981", auf einen "marokkanischen Bruder" hingewiesen. Der wohne in Europa, studiere Elektromechanik und sei mit der Ausführung von Anschlägen beauftragt. Die Beschreibung trifft auf den 31-jährigen mutmaßlichen Kopf der Düsseldorfer Al-Kaida-Zelle zu. Die Verteidiger halten das Schreiben für untypisch.

In dem Terrorprozess müssen sich seit Ende Juli 2012 vier Angeklagte als mutmaßliche Al-Kaida-Terroristen verantworten. Die Männer sollen 2011 - auf Weisung der Al-Kaida-Führung - einen Bombenanschlag in Deutschland vorbereitet haben. Sie waren in Düsseldorf und Bochum festgenommen worden. In ihrer Düsseldorfer Wohnung waren Utensilien für den Bombenbau sichergestellt worden. Den Männern drohen bis zu zehn Jahre Haft.

Dabei geht es um die Echtheit eines Dokuments, das in bin Ladens Versteck im pakistanischen Abbottabad entdeckt worden sein soll. Auf einem USB-Stick war ein Brief des Al-Kaida-Scheichs Younis al-Mauretani an bin Laden gespeichert, der Hinweise auf den mutmaßlichen Kopf der Düsseldorfer Al-Kaida-Zelle enthält.

Die Verteidiger zweifeln die Echtheit des Dokuments an. Die über das US-Justizministerium geladenen Ermittler seien an der Operation beteiligt gewesen und sollen nun Auskunft geben, ob das Schreiben authentisch ist, so das Oberlandesgericht. Die Vernehmung der Ermittler der amerikanischen Bundespolizei wird möglicherweise am Donnerstag fortgesetzt.

Osama bin Laden galt als meistgesuchter Terrorist der Welt, er wurde am 2. Mai 2011 im pakistanischen Abbottabad von US-Elite-Soldaten erschossen. Scheich Younis al-Mauretani galt bis zu seiner Festnahme durch pakistanische Sicherheitsbehörden als Nr. 3 des Terrornetzwerks und einstiger Vertrauter Osama bin Ladens.

In dem Schreiben wird unter Verwendung des konkreten Geburtsdatums, dem "15.06.1981", auf einen "marokkanischen Bruder" hingewiesen. Der wohne in Europa und studiere Elektromechanik. Die Beschreibung trifft auf den mutmaßlichen Kopf der Düsseldorfer Al-Kaida-Zelle zu. Die Verteidiger halten das Schreiben für untypisch und schließen eine Geheimdienst-Manipulation nicht aus.

Im Düsseldorfer Terrorprozess müssen sich seit Ende Juli 2012 vier Angeklagte als mutmaßliche Al-Kaida-Terroristen verantworten. Die Männer sollen 2011 - auf Weisung der Al-Kaida-Führung - einen Bombenanschlag in Deutschland vorbereitet haben. Sie waren in Düsseldorf und Bochum festgenommen worden. Ihnen drohen bis zu zehn Jahre Haft. - dpa/lnw

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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