Fast 600 Polizisten bei Mordserie gegen Anwälte im Einsatz

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In dieser Erkrather Kanzlei soll der Mann eine Anwaltsgehilfin mit Schüssen in Kopf und Lunge getötet haben.

DÜSSELDORF - Ein Großaufgebot der Polizei war dem mutmaßlichen Anwaltsmörder auf den Fersen. Vermutlich verhinderte eine Ladehemmung, dass nicht noch mehr Menschen starben. Das wurde im Landtag noch einmal deutlich.

Fast 600 Polizisten haben vor zwei Wochen die Mordserie in Anwaltskanzleien im Rheinland zu stoppen versucht. Sämtliche Spezialeinheiten der Polizei seien alarmiert und teilweise mit Hubschraubern zu den Einsatzorten gebracht worden, berichtete das NRW-Innenministerium am Donnerstag dem Innenausschuss des Landtags. "Es hat sich um eine hochdynamische Lage und um einen hochgefährlichen Täter gehandelt."

Den entscheidenden Hinweis auf den zunächst unbekannten Mann habe ein lebensgefährlich verletzter Anwalt in Erkrath gegeben, nachdem der Mandant der Kanzlei dort gewütet hatte.

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Danach seien die Identität des mutmaßlichen Mörders ermittelt und eine Reihe von Schutzmaßnahmen für weitere gefährdete Menschen und an möglichen Anlaufpunkten des Mannes ergriffen worden. So sei ein Düsseldorfer Kindergarten evakuiert worden. Die Festnahme des Mannes sei schließlich couragierten Helfern in einer Pizzeria in Goch zu verdanken.

Dass es etwas gedauert habe, bis die Festnahme des Mordverdächtigen nach Düsseldorf gemeldet werden konnte, habe daran gelegen, dass der 48-Jährige zur Personalienfeststellung bis nach Kleve gebracht werden musste, weil das Polizeigewahrsam in Goch umgebaut wird.

Der gelernte Koch sitzt wegen dreifachen Mordes und mehrfachen Mordversuchs in Untersuchungshaft. Er hatte nach seiner Festnahme ein Geständnis abgelegt. In einer Düsseldorfer Kanzlei soll er zwei Anwälte erstochen und die Kanzlei dann angezündet haben. Dann soll er in einer Erkrather Kanzlei eine Anwaltsgehilfin erschossen und auch diese Kanzlei angezündet haben. Einem im Rollstuhl sitzenden Anwalt schoss er den Ermittlern zufolge in den Bauch und ließ ihn lebensgefährlich verletzt in der brennenden Kanzlei zurück.

Als der mutmaßliche Mörder eine Pizzeria in Goch am Niederrhein heimsuchte und dort die Töchter seiner Ex-Chefin angriff, konnte er von einem Passanten überwältigt werden. Dass es dort keine Toten gab, sei vermutlich nur der Ladehemmung seiner Schusswaffe zu verdanken.

Der mutmaßliche Täter hatte einen Prozess wegen Körperverletzung gegen seine Chefin verloren, die er laut Urteil geohrfeigt hatte. Die Schuld für die Niederlage vor Gericht hatte er seinen Anwälten gegeben. - lnw

Quelle: wa.de

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