Ehefrau erstochen, Sohn ringt um sein Leben

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Sanitäter schieben den angeschossenen Täter in einen Rettungswagen.

MÖNCHENGLADBACH - Bei einem Beziehungsstreit in Mönchengladbach soll ein 54-jähriger Mann seine Frau erstochen und seinen 14-jährigen Sohn lebensgefährlich verletzt haben. Der Junge habe sich bei dem Angriff schützend vor die Mutter geworfen, berichteten Staatsanwaltschaft und Polizei. Dabei habe ihm der Vater mit einem Messer in der Lunge getroffen:

Trotz der lebensgefährlichen Verletzung schleppte sich der Junge am Freitagvormittag ins Büro einer Versicherungsagentur auf der anderen Straßenseite und rief um Hilfe: Der Vater bringe die Mutter um. Der 54-Jährige wurde beim Polizeieinsatz durch eine Polizeikugel verletzt.

Noch ein Familiendrama:

- Vater tötet in Glinde bei Hamburg seine Kinder (4/6)

In der Wohnung fanden die Polizisten die 50 Jahre alte Ehefrau mit Stichverletzungen am Boden. Sie starb bei Wiederbelebungsmaßnahmen. Der Sohn schwebe in Lebensgefahr, der Vater liege schwer verletzt im Krankenhaus. Die zwölfjährige Tochter sei zum Zeitpunkt der Tat nicht zu Hause gewesen, teilten die Ermittler mit.

Beim Eintreffen von drei Polizeibeamten an dem Mehrfamilienhaus im Stadtteil Rheindahlen kam es zu einer dramatischen Situation. Der Mann habe mit einem Messer und einem Beil in der Hand vor der Haustür gestanden. Durch ein Fenster sahen die Polizisten eine Frau blutend auf dem Boden liegen. Trotz Ansprache habe sich der Mann nicht beruhigt. Auch das Pfefferspray habe nicht gewirkt. "Er hat wirres Zeug geredet", sagte der Leiter der Ermittlungen, Ingo Thiel.

Als der Mann ins Haus lief, hätten die Beamten die Haustür eingetreten und anschließend die zugeschlagene Wohnungstür. Der 54-Jährige sei mit Messer und Beil bewaffnet herausgekommen. Trotz Warnung der Polizisten habe er versucht, mit dem Beil auf einen Polizisten einzuschlagen. Die Beamten hätten das nur durch drei Schüsse verhindert.

"Der Täter ist von einer Kugel getroffen worden, hat sich aber in der Aktion noch ein Messer in den Hals gesteckt", sagte Thiel. "Der Schusswaffengebrauch war das allerletzte Mittel und hat dazu geführt, dass der Kollege nicht verletzt worden ist durch Beilhiebe oder das Messer."

Nachbarn hatten in der Vergangenheit wiederholt die Polizei gerufen, weil es Streit in der Wohnung gab. "In der Beziehung hat es stark gekriselt", sagte Polizeisprecher Willy Theveßen. Die Frau hatte demnach vor knapp zwei Wochen einen gerichtlichen Beschluss wegen häuslicher Gewalt erwirkt, ihn dann aber einen Tag später zurückgezogen. Weil das einem zuständigen Polizeibeamten merkwürdig vorkam, hatte er die Frau für nächste Woche vorgeladen und für einen späteren Zeitpunkt auch den Mann. - dpa

Quelle: wa.de

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