Experte: Schlagloch-Pisten nehmen zu

SIEGEN - Der Zustand der Landesstraßen in Nordrhein-Westfalen ist nach Beobachtung eines Experten in den vergangenen Jahren deutlich schlechter geworden.

"Schlaglöcher, Rissbildungen und schlechte Griffigkeit auf den knapp 11.300 Kilometern Landesstraßen nehmen zu", sagte Verkehrswissenschaftler Jürgen Steinbrecher von der Universität Siegen am Mittwoch.

Er hatte für die CDU in Südwestfalen die Ergebnisse der Straßenbefahrungen aus den Jahren 2004 und 2008 analysiert. Dabei kam Steinbrecher zu dem Ergebnis: In den letzten 20 Jahren sei - unabhängig von der jeweiligen Regierung - immer zu wenig Geld in die Landesstraßen investiert worden. Er geht davon aus, dass sich der Straßenzustand unter anderem wegen harter Winter weiter verschlechtert hat.

Statt wie geplant jährlich 35 bis 40 Millionen Euro für Straßensanierungen einzuplanen, müsse das Land auf Jahre jeweils 100 Millionen investieren, um den Zustand von 2004 wiederherzustellen oder zu erhalten, erläuterte Steinbrecher. Er zitierte aus dem Gutachten des Landesbetriebs Straßen.NRW, nach dem im Jahr 2024 jeder sechste Kilometer Landesstraße nicht mehr verkehrssicher sein könnte, wenn nicht schnell investiert wird. "Sonst wird es noch teurer, weil ein Neubau mehr Geld kostet, als eine Sanierung zum richtigen Zeitpunkt."

Kritik äußerte der Forscher zudem an der Verteilung der Straßenbaumittel. "Es scheint da einen Schlüssel zu geben, der ländliche Regionen benachteiligt", sagte Steinbrecher. Das liege vermutlich daran, dass die Gelder nach der Nutzungshäufigkeit verteilt würden. In den Ballungsräumen seien viele Autos auf den Landesstraßen unterwegs, weshalb dort mehr Geld lande. "Aber die Verkehrsbedeutung hängt nicht nur von der Zahl der Autos ab, sondern auch davon, ob es vielleicht nur die eine vielleicht wenig befahrene Landesstraße gibt." - Jörg Taron

Quelle: wa.de

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