Versuchter Mord

Ex-Freundin in den Kopf geschossen: Neun Jahre Haft

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KLEVE - Für eine heimtückische Mordattacke auf seine Ex-Freundin vor einem Supermarkt am Niederrhein muss ein 28-jähriger Mann aus dem Kosovo für neun Jahre hinter Gitter. Er hatte der 22-Jährigen in Alpen bei Moers aufgelauert und ihr von hinten in den Kopf geschossen.

Das Landgericht in Kleve wertete die Attacke am Donnerstag als versuchten Mord. "Zugunsten des Angeklagten Umstände zu finden, ist nicht leicht", sagte der Vorsitzende Richter.

Die junge Frau hatte mit viel Glück überlebt und sich blutüberströmt in den Supermarkt retten können: Wegen einer Ladehemmung habe der Mann nur einen Schuss abgeben können. Aus Angst hatten die Supermarkt-Mitarbeiter die Türen verriegelt.

Der Angeklagte hatte eine Mordabsicht bestritten: Er habe eine letzte Warnung geben wollen, um eine Blutrache zwischen den Familien zu vermeiden. Der Schuss sei ein Versehen gewesen. Doch diese Version sah das Gericht als widerlegt an.

Das Motiv der Tat konnte das Gericht aber nicht aufklären: Es sei unklar geblieben, ob es sich um Blutrache, eine Tat aus gekränkter Ehre oder aus Enttäuschung über die Trennung gehandelt habe. Der Verteidiger hatte eine Haftstrafe zwischen drei und vier Jahren gefordert. Eine Notoperation hatte das Leben der 22-Jährigen gerettet. Der Verdächtige floh ins Ausland und wurde sechs Wochen später mit Europäischem Haftbefehl in Albanien festgenommen.

Nach dem Ende der von den Vätern arrangierten Beziehung zwischen dem 28-Jährigen und dem Opfer waren die Familien verfeindet. Sie stritten auch darum, wer für die Kosten der Hochzeit aufkommen sollte. Der Verurteilte muss seinem Opfer 10 000 Euro Schmerzensgeld zahlen. - dpa

Quelle: wa.de

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