Tödliches Beziehungsdrama: 27-Jähriger schweigt vor Gericht

+
Landgericht Münster

Münster [Update 12.04 Uhr] -  Nach einem tödlichen Beziehungsdrama hat am Montag vor dem Schwurgericht Münster der Totschlagsprozess gegen den mutmaßlichen Täter begonnen - einen ehemaligen Bundeswehrsoldaten aus Wadersloh im Kreis Warendorf.

Der 27-jährige Angeklagte soll seine ehemalige Lebensgefährtin in der Nacht auf den 7. Juli 2017 in ihrer Wohnung in Beckum erwürgt haben. Zum Prozessauftakt hat sich der 27-Jährige nicht zu den Vorwürfen geäußert. Laut Staatsanwaltschaft hat der Angeklagte seine Ex-Freundin nach Mitternacht besucht, um sie zu einer Wiederaufnahme der Beziehung zu überreden. Dabei soll es zum Streit gekommen sein.

Laut Anklage erwürgte er die 22-Jährige. Anschließend soll er der Frau außerdem noch ein Stromkabel stramm um den Hals gewickelt und es verknotet haben. Um die Tat zu vertuschen, soll der 27-Jährige vor seiner Flucht ein Sofa in der Wohnung seiner Ex-Partnerin angezündet haben. Die Wohnung brannte komplett aus. Die Großmutter des Opfers, die ebenfalls im Haus wohnte, konnte laut Anklage nur mit viel Glück durch den bereits völlig verqualmten Hausflur fliehen.

Nach der Tat soll der 27-Jährige in das Haus eines Bekannten eingebrochen sein, um dessen Schusswaffen zu stehlen. Sie waren in Tresoren eingeschlossen. Der Hausbesitzer kam nach der Schilderung der Anklage später dazu und weigerte sich, die Schlüssel für die Tresore herauszugeben. Daraufhin soll der Angeklagte seine Flucht fortgesetzt haben.

Er war am folgenden Tag von der Polizei auf einem Waldweg bei Wadersloh gestellt worden. Weil er die Polizisten dabei bedroht haben soll, wurde er niedergeschossen und schwer verletzt. Der Ex-Bundeswehrsoldat lag fünf Tage im künstlichen Koma. Die im Gerichtssaal anwesenden Eltern des Opfers leiden schwer unter dem Verlust ihrer Tochter. "Die Mutter taumelt zwischen Taubheit und Verarbeitung, zwischen Erinnerung und Verdrängen", sagte ihr Anwalt Oliver Lankes am Rande des Prozesses.

Das Schwurgericht Münster hat für den Prozess zunächst noch vier Verhandlungstage bis zum 30. Januar angesetzt.

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare